LEBEN

Sag mal, geht's noch?!? Anscheinend ja, anscheinend geht's noch.

Die Frage lautet: "Geht´s noch?!?" Und die Antwort lautet irgendwie immer: "Ja. Ja, es geht noch. Is zwar nicht so dolle, aber es geht noch." Noch?!

Wann wird denn das noch zu einem "nicht mehr" werden? Wann wird es wirklich genug sein? Wann wird endlich damit aufgehört, so zu tun, als sei all der Unfug, der geschieht, der entschieden wird, der umgesetzt wird unvermeidbar oder unbeeinflussbar? Wann ist eine ausreichende Sättigungshöhe erreicht, um sich selbst einzugestehen: "Nein, das geht jetzt so nicht mehr. Das werde ich so nicht mitmachen."?

Wut und so

wut

Ich kann mich ja hin und wieder fortrefflich aufregen. Über dies und das im Allgemeinen und über Disfunktionalität im Besonderen. Steigern lässt sich das nur noch durch das spontane Eintreten von Disfunktionlität von gewohnt Funktionierenem gekoppelt mit akuter Zeitnot. Oder anders: ES GING NICHTS. VERF*'#&%§$"TE SCHEISSE!!!!!

So geschenen am letzen Freitag, dem Tag vor Heilig Abend. Ohnehin alles kurz vor knapp, Gedränge, Unfertiges, temporäre Kompromisse und bereits Verschobenes aufs nächste Jahr im Gedächtnis. Natürlich ist das immer nur ein subjektiver, verfälschter Eindruck, dass Dinge, von denen man gewohnt ist, dass sie funktionieren und Abläufe die man bereits mehrere hundert mal so vollzogen hat und die auch zu dem gewünschten Ergebnis führten, plötzlich und unerwartet und besonders häufig in brenzligen und zeitdrückenden Momenten ihren Dienst versagen. Da stürtz ein Programm ab, da klappt eine Verbindung nicht oder das Format der URLs haut irgendwie nicht hin. All sowas.

Bremsspuren, Bindestriche und Sekundenschlafe



Es ändert sich viel, wie es scheint. Und mehr noch als Fragen, produziert das alles Müdigkeit, Erschöpfung. Entscheidungen werden getroffen. Und sicher nicht zum Nachteil, aber genau - genau weiß man es halt nicht. Irgendwie bekommt man alles mit, weiß wo man ist und was passiert - und doch: Es ist ein wenigt milchverglast. So wie diese Texte, in denen viele - ich möchte sagen Bindestriche vorkommen. Texte denen man die Bremsspuren und Sekundenschlafe des Gedachten anliest.

Anders ist es auch, denn ein paar der eigenen Ziele bleiben welche und erreichbar und ganz gewisst ist dies ein doppelter Schlag ins Gesicht des Finanzamtes.

Draußen tobt der Zirkus. Aber im lichtlosen Dezember, kann man sich der hoffungstrachtenden Romantik der Lichter im Dunkel nicht erwehren. Dabei ist man garnicht hoffnungslos. Ganz im Gegenteil schreit und lacht alles um einen herum und man selbst bekommt es hin, das zu genießen und nicht wild und Tassen umrempelnd mitzupoltern, sondern behutsam staunend zu betrachten und sogar hin und wieder zu schlafen. Doch zu schlafen und mehr noch - zu träumen.

feuchte Träume der Gleichberechtigung



Ich finde ja diese ganze Gleichberechtigungsdiskussion und erst recht, das, was gern mit Gender* daher kommt eher so subspannend. Teilweise reagiere ich auch genervt darauf. Je überdeutlicher und überkorrekter es wird, umso stärker wird mein Ablehnungsreflex, gern auch mal in Verbindung mit Sarkasmus. Vielleicht einfach schon, weil das allermeiste davon von Frauen kommt und ich mich daher sofort in eine Abwehrposition bewege. Ganz sicher aber auch, weil ich die Diskussionen zu allermeist extrem unentspannt und absolutistisch verstehe. Es scheint meist nur schwarz oder weiß, Freund oder Feind zu geben und wenig Möglichkeiten zu Kompromissen, geschweige denn dazu, mal die andere Sichtweise einzunehmen. Nicht nur weil es selbstreflektiert wirkt, schließe ich mich da garnicht aus.

Fucking eigene Entscheídung.

Ja, es ist die fucking eigene Entscheidung, an einem sonnigen Herbsttag voll bunter Blätter und blauem Oben raus zu gehen oder drin zu bleiben. Und es ist die fucking eigene Entscheidung, die Eindrücke nach einem erwartungsfrohen und doch ernüchternden Konzert in die Welt zu pusten oder sie für sich zu behalten. Es ist die fucking eigene Entscheidung, an der eigenen Norm, Impressionen nicht gleich, sondern bestenfalls nach einer Nacht schlaf zu bewerten oder eben diese Zeit eben nicht abzuwarten.

Von Fischen und Mustern im Gehirn

Zeichnung vom Fisch

Es ist eine Krux. Eine Endlosschleife, wie ein Möbiusband. Aber gemeint ist dennoch auch eine dieser Theorien, die in so vielen Fällen passend erscheint und (was bei Theorien vielleicht noch wichtiger ist) die bei der Betrachtung von Bekanntem neue Blickwinkel eröffnet und somit Weiterdenken ermöglicht. Es geht um Muster. Genauer gesagt geht es um die Unterstellung, dass unser Gehirn genau dazu entwickelt ist Muster (bzw. Strukturen) zu detektieren.

Eigentlich würde ich als Titel gerne "Armut an Menschlichkeit" nehmen, aber so ganz trau ich mich das nicht.

Bild eines Orangeherzen

Da war letzte Woche diese Szene beim Fleischer, der allmontaglich das Mittagessen sichert. Ein Ort der (sicherlich auch aufgrund der geringen lukullischen Alternativen in der Gegend) zur "Mahl-Zeit" ein oft kurioses Biotop aus (Bau-)Arbeitern und Büroangestellten darstellt, in das sich ab und an Idividuen aus den nach oben und unten angrenzenden, sozialen "Schichten" verirren. So auch vorletzten Montag.

Eine zwiebeltechnisch eingepackte Frau mit Kopftuch, Tragetasche und einem dieser Hand-Taschen-Wagen, wie sie Deine Mudda Oma hatte, betrat vor mir das Fachgeschäft für tierisches Eiweis. Man sah ihr sofort an, dass sie nicht viel hatte und bemerkte auch bald darauf, dass diese Einschätzung sich bis in ihr soziales Handlungsspektrum ausdehnte. Der Begriff "sonderbar" wäre sicherlich nicht strapaziert gebraucht gewesen.

Nur süß, süß schmeckte es nicht.

Es war ein merkwürdiges Gefühl, das auf dieses Samt auf Seide geriebene Rauschen folgte. Ich ahnte die Bewegung eines Korpers, während jene akkustisch gewobene Fläche, bei geschlossenen Augen gleichmäßig Ruhe und Argwohn erzeugte.

Als ihre Zunge meine rechte Wade (ich lag auf dem Bauch) berührte, passte dies zum vorträumerischen Bild in meinem Kopf. Ein Kitzeln, kalt aber nicht feucht. Sie schob ihren Unterkiefer nach, der ohne Gewicht, aber mit rauher Oberfläche auf meiner Haut routiniert kontrahierte. In meinem Dämmerzustand war ich beruhigt, etwas Festes zu spüren, das die gespannte Ahnung in die Echtwelt holte, ohne sie dabei wirklicher zu machen.

Vielleicht gibt es nur zwei Sorten von Menschen auf der Welt:

Die, die denken der Mensch steht/lebt in Konkurrenz zu (den) anderen und die, die die ganze Sache kooperativer sehen.

Immerhin eine wirklich exitenzielle Frage, wenn man es sich genauer anschaut beziehungsweise mal mit ein paar Leuten darüber spricht. Existenziell, weil eine Antwort darauf eine grundlegende Einstellung DEM_ANDEREN(TM) gegenüber widerspiegelt. Und damit prinzipielle Erwartungs-, Denk- und Verhaltensweisen hervorruft. Nicht nur (aber auch) im pädagogsichen Kontext spielt es daher eine entscheidende Rolle, welcher der beiden Sichtweisen man sich eher verschreiben würde. Die beiden extremen Absolutismen klammere ich mal aus, auch wenn sie sich für eine zugespitzte Diskussion hervoragend eignen, aber ich will das ganze eher tendenziell betrachten, denn niemand ist hunderprozentig Egomane oder Altruist.

Das Chaos da draußen

Ach herrlich. Diese Tage an denen man zwischendrin feststellt: "Wäre mein W-LAN heut nicht schon dreimal abgeschmiert, hätte ich noch nichts gegessen und läge noch im Bett." Tage in denen man so leben kann, wie die Helden aus den Romanen. Losgelöst von Raum und Zeit. Hier ein wenig in Erinnerungen schwelgen, dort ein bisschen kreativ sein, gute Gedanken entwickeln und Ideen. Etwas Surrealität und Drama und ab und an ein Anwurf an Sex oder Zärtlichkeit. Ein Zeitfenster, das einen Blick auf die Welt und ihre Verhältnisse zulässt, ohne existenzialistische Furcht.

Man kann sich den Fragen des Alltags stellen oder ihren Matphern in der Politik. Man kann die Seele baumeln lassen (was für eine Metapher! Warum hat die Politik nicht solche?). Oder man plant. 

Circle of Life.

Hmm. Irgendwie passt 'circle of life' nicht richtig als Titel, aber ein besserer fällt mir gerade auch nicht ein. Es ist nicht der gesamte Kreis des Lebens, der mir gerade durch den Kopf geht. Es sind aber Teilstücke, die sich am Rande tummeln.

Tod und Patenschaft.

Wie geht man damit um, wenn man erfährt, dass man tödlich krank ist, aber eigentkich ganz gut klarkommt und ein konkretes Ende nicht wirklich absehbar ist? Und auf der anderen Seite: Wieweit ist man bereit sich in seinen persönlichen Plan hineinfunken zu lassen, weil man glaubt jemanden passenden/besonderen gefunden zu haben? Ist die zweite Frage angesichts der ersten noch wirklich relevant? Kann man die erste ohne die zweite wirklich ernst nehmen?

Was gibt es noch zu verlieren? Zu erleben? Zu gewinnen?

Und dann kommt die Realität und zeigt dir, dass sie sich mehr um so Dinge wie Würde und Eigenständigkeit und Zeitvertreib kümmert. Darum, ob du dir noch selbst den Arsch abwischen und ein Marmeladenbrötchen schmieren kannst. Ob die Fernsehgebühren bezahlt sind und wann mal wieder jemand vorbei kommt.

Monster des Monats Juni 2011

Ach komm, is ja auch egal. Ja, das letzte ist erst kurz her, aber es ist halt auch schon Juli und wer weiß, wann ich sonst dazu komme. Immerhin steht ja auch noch Urlaub an :D. Außerdem hab ich grad so ein paar Dinge zusammen im Kopf und die andere Scheiße kann ich mich auch wann anders aufregen. Also los:

Im Juni blieb mir ganz besonders dieses Bild da von C.B. Sorge in Erinnerung. Eigentlich war mir schon beim ersten Anschauen des, im Rahmen eins DeviantArt-Wettbewerbs entstandenen Bildes klar, dass ich das diesmal nehmen würde, nur wusste ich nicht so ganz warum.

FUCK U, Dave Gahan! (oder Vorurteilsfreiheit vs. Realität)

Ich meine: Gibt es etwas vorurteilsfreieres, als freiwillig mit auf eine Depeche-Mode-Party zu gehn?

Ich mag ja Klischees im Prinzip. Sie sind schließlich sowas ähnliches wie Erfahrung, zumindest fühlen sie sich oft so an. Und hey, welche Erfahrung auf die man moralisch-etisch einwandfrei zurückgreifen kann, ist schon wirklich reflektiert. Die meisten Erwartungen, die über rudimentäre, physikalische Rahmenbedingungen hinausgehen, sind doch eher einer Mehrheitskonformität zuzuschreiben, denn dem, was persönlich erfahren wurde. Doch meine Meinung bezüglich DeMo bestätigt sich wirklich aus sich selbst heraus immer wieder, auch wenn es angenehm ist zu erfahren, dass es anderen da nicht anders geht. Es ist einfach langweiliger Kram - fertig.

We need a bigger Board!

Bin ich da nicht neulich erst über´s Surfen gestolpert? Heute schon wieder. Relativ unvorbereitet und dennoch relativ logisch. Neben ein paar duzent Fragen und den üblichen paar dutzend "Wenns" und "Abers" und "Eigentlichs" und "Solltens" scheint es mir doch so, als sei der Zeitpunkt gekommen, sich in die Fluten zu stürzen.

Das bedeutet nass werden. Das bedeutet Fehler machen und Schmerzen erleiden. Vielleicht Beinbrüche, vielleicht sogar wirklich hässliche Schäden davon tragen. Schäden, die das an sich desinfizierende Meerwasser nicht heilen kann. Immerhin bietet es als ausgleich für diese Fälle eine zuverlässige, tiefe Ruhe.

"The Bible Guarantees It" ... Düm.Di.Dümm...



Na, wo ist der Fehler versteckt?

Er- und Auflösung sowie -klärung gibt´s dann hier und hier. Aber erstmal selbst nachdenken, gell. Sonst wirkt´s nicht!

Ach ja, ob man die Bibel(TM) da jetzt irgendwie regressmäßig in Anspruch nehmen kann, weiß ich leider auch nicht. Wohl aber, dass durch solchen Unfug wirkliche Schäden provoziert werden.

under pressure

Was für ein Luxus das ist, entscheiden zu können, welchem Druck man sich ausliefert und wann man einfach "Stopp, es reicht!" sagen kann. Vor allem sich selbst gegenüber. Eine unglaubliche Erleichterung diese nervöse, unterschwellige Anspannung auflösen zu können.

Optimal wäre natürlich, das eigene Bedürfnis nacht "etwas tun wollen" jeweils passend auf die Dinge lenken zu können, die gerade "dran" sind. Aber hey, damit würde man ja die Hälfte der Bediensteten auf hiesigen Finanz- und sonstigen Ämtern auf einen Schlag arbeitslos machen. Zusätzlich müsste man sich für die plötzlich wirklich frei werdende Zeit ernsthaft überlegen, was man damit anstellt. Die gewohnte Druck-Verweigerungs-Aufschiebe-Erledigen-Belohnen-Kette würde ja zerreißen. Es gäbe nichts mehr zu belohnen. Keine Schocki :( Das kann weder jemand wollen, noch von anderen verlangen.

"Der Regen wird wärmer."

Nicht gerade aus heiterem Himmel, aber er kam. und zwar sehr sanft und mit einer gleichmäßige Steigerung. So langsam, dass ich mir die ersten zwei, drei Minuten garnicht sicher war, ob nicht vielleicht einfach nur so etwas feuchtes von oben herabfallen würde.

Dinge lernen

"Gewissermaßen schließt du Freundschaft mit dem Tod und sprichst dich sozusagen mit ihm aus." steht auf einer der letzten Seiten von Murakamis "Kafka am Strand" (der war ja schon ein paarmal hier). In der Szene wird erklärt, mit welcher Einstellung man Surfen lernt und irgend wie finde ich das ziemlich schlüssig.

Man lernt Dinge dann, wenn man zwei entscheidende Ängste verliert. Die vor der Zeit und die vor dem unmittelbaren Tod. Es wird beschrieben, dass man - um RICHTIG Surfen zu lernen - eine lebensgefährliche Situation beim Surfen er- (und natürlich über-) lebt haben müsse. Diese führe zu obiger Erkenntnis, dass die eigene Vergänglichkeit, das persönliche Scheitern eben immer elementarer Bestandteil eines Lernprozesses ist.

Und dann war da noch ...

... der Wunsch einen Satz zu schreiben, der mit den Worten "Und dann war da noch ..." beginnt und der - wie immer wenn die Sätze mit "Und dann war da noch..." beginnen, nichts mit dem zu haben würde, was da wirklich noch war, der aber den tiefen Wunsch in sich trägt, etwas festschreiben zu können, was da ist. Aber da ist nichts. Nichts, was sich festschreiben ließe. Nicht das es zerrönne beim Versuch der Fixierung, nein, es ist keine Materie vorhanden, die einen Ansatz der Destilation böte. Es ist das Gerücht eines Gerüchtes. Eine Ahnung. Ein Tausendfach erweitertes, subsummiertes, durch alle persönlichen Höllenfeuer erhitztes Gemüt, dass sich selbst nicht glaubt, was es da denkt und es vergessen hat, ehe es nochmal nachhorchen kann. 

Nichts war da noch. Nur eine Information. Ein Hinweis und eine Frage. Eventualitäten an der Peripherie meiner Vorstellungskraft. 

Rosinenbrötchen mit Butter

Im Grunde ist es völlig egal, ob man weiß warum man Rosinenbrötchen mit Butter drauf mag. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sich damit auseinanderzustetzten. Man könnte analysieren, welche Inhaltsstoffe man sich selbst mit dieser Kombination zuführt und spekulieren welchen Mangel der Organismus damit bemüht ist auszuglechen. Man könnte biografisch nachforschen, wann man wo bei oder mit wem das erste Mal dicke, gelbweiße Scheiben auf die goldbraune Heferosinenmasse geschmiert hat und was es für einen bedeutet, damals und heute. Man könnte überlegen, welchen Zweck dieses reduzierte, umkomplizierte Mahl gerade erfüllt und versuchen abzuschätzen, ob es ein Symbol ist, ein Hinweis. Man kann es einfach nur tun. Nicht darüber nachdenken, keinen Wert darin suchen, keinen Bezug herstellen.