BEWEGEN

Die Angsthasensaison ist eröffnet.

demobild

Hmm, scheint ja gerade so, als sei die Angsthasenjagd eröffnet. Ich meine, was sich an und in dieser ganzen Bundestrojaner- und TK-Überwachungstrojaner-Angelenheit (oder wird es gar eine Affaire) zeigt, ist doch, dass Politik, das politische und staatliche Tagesgeschäft, das Vorgaukeln einer staatlichen Ordnung, das alles funktioniert so nicht mehr.

Talking To Turtles - beam me up scotty

Hab ich eben live im Societätstheater in Dresden gesehn. Die wahre Musik ist da draußen. Echt jetzt.

Und die zweite Woche?

Die zweite Woche zogen wir dann (reduziert wie wir waren) auf die Ile Grande um. Eine Insel (wie ja der Name schon sagt) in mitten vieler, vieler, sehr vieler kleiner Inseln und Halbinseln. Um viele dieser Inseln und Halbinseln kann man als Ortsunkundiger lange herumlaufen und sich einbilden man käme der angesteuerten Ile Grande näher. Kommt man aber nicht. Statt dessen läuft man am Ende zehn Kilometer (oder mehr) und stellt dann fest, dass man auf dem Weg zum Ziel nur knapp anderhalb Kilometer hinter sich gebracht hat. Dafür aber findet man eine sehr gemütliche Crêperie, bei der man allerdings am Folgeabend hunrig und enttäuscht feststellen muss, dass man besser einen Tisch vorbestellt hätte.

Na, wie war´s denn?

Na, so! Die erste Woche tummelten wir uns in Plounéour-Tréz, einem Dorfteil eines (wirklich) kleinen Dorfes in der Nord-West-Bretagne. (Wo ein wirklich hübsches, kleines Häuschen zum Verkauf steht...) Und auch, wenn die Bilder hier eher Trübes vermuten lassen - nach den ersten zwei, drei Regentagen, wurde auch das Wetter urlaubserwartungsmäßig. Die Bilder von den Wassertieren hab ich in Oceanopolis, einem Aquarium in Brest gemacht, in dem man ganz gut den ein oder anderen nassen Tag trocken verbringen kann und keine Einschränkungen erfährt, was das Fotografieren angeht. Im Übrigen waren die Franzosen ohnehin erstaunlich rücksichtsvoll was das im-Weg-rumstehen von Fotografierenden angeht.

Das Chaos da draußen

Ach herrlich. Diese Tage an denen man zwischendrin feststellt: "Wäre mein W-LAN heut nicht schon dreimal abgeschmiert, hätte ich noch nichts gegessen und läge noch im Bett." Tage in denen man so leben kann, wie die Helden aus den Romanen. Losgelöst von Raum und Zeit. Hier ein wenig in Erinnerungen schwelgen, dort ein bisschen kreativ sein, gute Gedanken entwickeln und Ideen. Etwas Surrealität und Drama und ab und an ein Anwurf an Sex oder Zärtlichkeit. Ein Zeitfenster, das einen Blick auf die Welt und ihre Verhältnisse zulässt, ohne existenzialistische Furcht.

Man kann sich den Fragen des Alltags stellen oder ihren Matphern in der Politik. Man kann die Seele baumeln lassen (was für eine Metapher! Warum hat die Politik nicht solche?). Oder man plant. 

Vehtoh goes mobile

Ja, ich jetzt auch. Und zwar mit einem Motorola Defy. Weil ich irgendwie lieber ein Android wollte. Und wegen outdoor (die Eingabehilfe schlägt »Idiot« vor, höhö), ganz wichtig!

Weil noch nicht alles eingerichtet ist, das hier jetzt ohne Bild. Dafür aber als Test der Drupal-App. (Und weil die scheinbar keine Links kennt, halt so https://market.android.u/details?id=mobi.mgeek.TunnyBrowser&feature=sear... uiuiui)

Edit: dafür klappt das Editieren.

We need a bigger Board!

Bin ich da nicht neulich erst über´s Surfen gestolpert? Heute schon wieder. Relativ unvorbereitet und dennoch relativ logisch. Neben ein paar duzent Fragen und den üblichen paar dutzend "Wenns" und "Abers" und "Eigentlichs" und "Solltens" scheint es mir doch so, als sei der Zeitpunkt gekommen, sich in die Fluten zu stürzen.

Das bedeutet nass werden. Das bedeutet Fehler machen und Schmerzen erleiden. Vielleicht Beinbrüche, vielleicht sogar wirklich hässliche Schäden davon tragen. Schäden, die das an sich desinfizierende Meerwasser nicht heilen kann. Immerhin bietet es als ausgleich für diese Fälle eine zuverlässige, tiefe Ruhe.

Stencils in der Neustadt

Seit ein paar Wochen sind sie mir erst so richtig aufgefallen und ich habe den Eindruck, dass sie sich gerade wir Karnickel vermehren. Die Stencils. An Häuser(oder sonstige)wände gesprühte Ausschnitte aus Schablonen. Hin und wieder hatte ich zwar auch schon vorher mal eines dieser kleinen, meist einfarbigen Bildchen wahrgenommen, doch zur Zeit scheinen jeden Tag (vermutlich eher jede Nacht) neue dazuzukommen.

Kafka am Strand

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an dieses Leben gewöhnt. Dieses coole interessante Leben, das Figuren in Büchern führen und das allein schon deswegen den Anschein eines interessanten Lebens hat, weil man sich bis zu diesem Punkt durch gelesen hat.

Im Prinzip sind diese "Heldenleben" langweilig. Todlangweilig. So langweilig, wie ein Macel Proust-Roman, in dem es keine Helden gibt, weil den Charakteren schlicht Nichts passiert oder wenn etwas passiert ist man von den 200 Seiten davor so narkotisiert, dass man es nicht mehr mitbekommt.

Integrationsneid



Da träfen Welten aufeinander, sagte er zur Verabscheidung. Das, nachdem wir uns gut zweieinhalb Stunden über Integration und ein gutes Dutzend anderer Sachen unterhalten hatten und ich mich für das interessante Gespräch bedanken wollte. Neben dem üblichen, beruflichen Kram der als Gesprächsstoff beim Mitnehemn von Mitfahrgelegenheitlern dient, kamen wir kurz vor Leipzig auf Sarrazin und generell auf die Aufnahme von Fremden und die Annahme von Fremdem.

Aufbrechen.

Welch wunderschön vieldeutbares Wort. Was muss aufgebrochen werden, damit man aufbrechen kann? Was bricht man auf, wenn man aufbricht? Kann man irgendwohin aufbrechen, ohne Dinge aufbrechen zu müssen? Bagger sind gelb aber denkbar ungeeignet zur Fortbewegung. Selbst auf unwegsamen Terrain gibt es eine Menge besserer Alternativen. Nicht zuletzt die eigenen zwei Füße. Wir sind eher geeignet zu gehen, als zu verändern. Fürs Verändern brauchen wir Werkzeuge. Fürs Gehen haben wir alles schon dabei. Vielleicht ist die gesamte menschliche Kulturentwicklung nur darauf zurückzuführen, dass irgendwann die Füße weh tun.

Ruhepausen. Wir bauen uns Mauern um Ruhepausen, um sicher zu gehen, dass sie noch da sind, wenn die Füße zu schmerzen beginnen. Wir sitzen auf Türmen rings um unsere Kleinode und Weiler, halten Ausschau nach Füchsen, Hasen, rosa Elefanten und Rehen und schießen. Erlegen was wir brauchen oder mehr und schleppen es ins Lager. Wir konservieren unser Glück und wundern uns, dass es nach zwei Monaten fad schmeckt.

Bildung bildet doch, oder?

Wir leisten uns allen Ernstes den Luxus, bis zur vierten Klasse bereits 19 Prozent und bis zur neunten Klasse (also bis zu einem Alter von 15-16 Jahren) 51 (einundfünfzig!) Prozent unserer Kinder und Jugendlichen komplett aus dem Bildungskontext herauszusieben. Weil sie keine Spargel sind, wie Ranga Yogeshwar und sein Team in der zweiten Folge der überaus sehenswerten dreiteiligen Bestandsaufnahme zur Ernährungs-, Bildungs- und Denksituation von Kinder und Jugendlichen in Deutschland veranschaulicht.

Ebenso plausibel sind die Argumente Fakten (denn sie sind wissenschaftlich belegt und belegbar), die er bspw. gegen das Sitzenbleiben anführt. Und auch die Einführung der Sendung, die sehr chick aufbereitet darstellt, dass wir Bildung aus dem simplen, hedonistischen Grund brauchen, weil sie uns glücklicher macht, ist absolut empfehlenswert.

Kopfkino

B: "Eigentlich würd´ ich ja gern vorbeikommen..."
A: "Ja aber?"
B: "Ich weis nicht, ob das dann nicht zuviel wird."
A: "Zuviel für was?"
B: "Zuviel für, ... weis ich nicht ..."
A: "Hm."
B: "Ich würd gern das RICHTIGE tun, die richtige Dosierung finden, das richtige Maß kennen."
A: "Richtig wofür?"
B: "Hm. Kann ich nicht sagen."
A: "Na dann komm doch einfach vorbei."
B: "Wird das dann nicht zuviel?"
A: "Das sieht man doch dann, oder?"
B: "Ja, vielleicht, aber..."

Im Kopfkino laufen ab einem bestimmten Alter immer nur noch Wiederholungen. Aber irgendwie werden einem die trotzdem nicht langweilig. Man kennt die Streifen in- und auswendig und doch fesseln sie einen immer wieder aufs Neue. Man versinkt in ihnen und ist vollkommen gebannt, rätselt herum, wie es denn weitergehen wird. Wie das Ende aussehen könnte.

Yeah! Yeah! Yeah! - DINOOOOOS!

Wer kommt mit?

Melt! 2010

Japp, dieses Jahr war ich wieder auf dem Melt!-Festival. Und es war schlicht und ergreifend: großartig. Zum einen wegen der netten Begleitungen, zum Zweiten wegen der netten Nachbar, zum Dritten wegen der netten Stimmung, zum Vierten wegen der netten Lokalität, zum Fünften wegen der netten übrigen Besucher, zum Sechsten wegen ... der netten Musik.

Hin und wieder gibt es diese Momente,

zwei, drei Minuten im Regen, im Dunkeln, am Rande. Wenn das Licht stimmt oder die Luftfeuchtigkeit oder die Summe an Gerüchen. Wenn alles das was nicht ist, genau richtig ist, eben weil es nicht ist. Weil in dem Moment, in dem jeweiligen Jetzt-und-Hier genau diese Unvollkommenheit, den Charm, die Romantik, die Stille ausmacht.

Wenn egal wird, wer was wann wo wie geschrieben, gesagt, gemeint hat. Oder man selbst. Egal, dass man gerade alles auf einen Schlag einfach seinlassen und weggehn oder da bleiben könnte. Egal, dass man das eben doch nicht kann, weil der Augenblick einen dermaßen fesselt, dass ein Ausbruch aus der eigenen, gleichförmigen Bewegung unmöglich erscheint, während man feststellt, dass selbst das Sich-auf-das-Genießen-konzentrieren nur eine lächerliche Farce ist, angesichts des Genusses, der sich unabwendbar erschließt.

Manchmal,

(klick für groß)

ganz, ganz selten, ist mir am abend nach einem dieser Instandcappuccinos, die nicht das geringste mit Kaffee oder einem seiner Derivate zu tun haben. Dann ist mir so, als wäre schon alles da. Die Veranda, das Meer, die Leselampe, das Buch und der Rest auch. Dann ist mir danach so zu tun, als fühle es sich an, wie es sich sonst immer anfühlen soll, wenn ich merke, dass es sich nicht so anfühlt, wie es sich anfühlen sollte: Nach echtem Cappucciono, sich langsam, vom Rühren drehendem, crêmigem Schaum, abendlicher Sommer- oder sommerlicher Abendwärme, Musik á la Philip Poiselle oder dieser Chansonette deren Namen ich gerade nicht in meiner Musikbibliothek finden kann und - gewaltigem Rauschen.

Das ist ja klar!

Ich hol´ mein Fahrrad aus der Inspektion und was passiert ...? Es fängt an zu regnen Und irgendwie ist mein Fahrrad schon vorher eingelaufen ;)

Wieso passiert sowas nie in Deutschland? (update 2)

(the big picture)

Jetzt ist schon wieder alles gesperrt und man kommt nicht mehr hin. Verdammter Mist!

Licht aus!

Ich kann ja nicht behaupten, dass ich zur Zeit nicht damit rechne oder darauf warte. Aber heute, heute gab´s vorher schon wesentlich mehr Gelegenheiten und wesentlich größere Erwartungen diesbezüglich. Eigentlich hatte ich für heute schon damit abgeschlossen und dann: Eben beim Ausladen der Einkäufe, der Sporttasche und so, bepackt und irgendwie leicht genervt, dass schon wieder so viel geschleppt werden will, die nächstgelegene Straßenlaterne aus! Und langsam, orangefarben, ausglühend dannach. Und ja, begründet.