FÜHLEN

Aufregen und aufregen lassen

Ja aufregen, das müsste man sich. Weil man nicht geschlafen hat. Oder weil...

Wut und so

wut

Ich kann mich ja hin und wieder fortrefflich aufregen. Über dies und das im Allgemeinen und über Disfunktionalität im Besonderen. Steigern lässt sich das nur noch durch das spontane Eintreten von Disfunktionlität von gewohnt Funktionierenem gekoppelt mit akuter Zeitnot. Oder anders: ES GING NICHTS. VERF*'#&%§$"TE SCHEISSE!!!!!

So geschenen am letzen Freitag, dem Tag vor Heilig Abend. Ohnehin alles kurz vor knapp, Gedränge, Unfertiges, temporäre Kompromisse und bereits Verschobenes aufs nächste Jahr im Gedächtnis. Natürlich ist das immer nur ein subjektiver, verfälschter Eindruck, dass Dinge, von denen man gewohnt ist, dass sie funktionieren und Abläufe die man bereits mehrere hundert mal so vollzogen hat und die auch zu dem gewünschten Ergebnis führten, plötzlich und unerwartet und besonders häufig in brenzligen und zeitdrückenden Momenten ihren Dienst versagen. Da stürtz ein Programm ab, da klappt eine Verbindung nicht oder das Format der URLs haut irgendwie nicht hin. All sowas.

Bremsspuren, Bindestriche und Sekundenschlafe



Es ändert sich viel, wie es scheint. Und mehr noch als Fragen, produziert das alles Müdigkeit, Erschöpfung. Entscheidungen werden getroffen. Und sicher nicht zum Nachteil, aber genau - genau weiß man es halt nicht. Irgendwie bekommt man alles mit, weiß wo man ist und was passiert - und doch: Es ist ein wenigt milchverglast. So wie diese Texte, in denen viele - ich möchte sagen Bindestriche vorkommen. Texte denen man die Bremsspuren und Sekundenschlafe des Gedachten anliest.

Anders ist es auch, denn ein paar der eigenen Ziele bleiben welche und erreichbar und ganz gewisst ist dies ein doppelter Schlag ins Gesicht des Finanzamtes.

Draußen tobt der Zirkus. Aber im lichtlosen Dezember, kann man sich der hoffungstrachtenden Romantik der Lichter im Dunkel nicht erwehren. Dabei ist man garnicht hoffnungslos. Ganz im Gegenteil schreit und lacht alles um einen herum und man selbst bekommt es hin, das zu genießen und nicht wild und Tassen umrempelnd mitzupoltern, sondern behutsam staunend zu betrachten und sogar hin und wieder zu schlafen. Doch zu schlafen und mehr noch - zu träumen.

feuchte Träume der Gleichberechtigung



Ich finde ja diese ganze Gleichberechtigungsdiskussion und erst recht, das, was gern mit Gender* daher kommt eher so subspannend. Teilweise reagiere ich auch genervt darauf. Je überdeutlicher und überkorrekter es wird, umso stärker wird mein Ablehnungsreflex, gern auch mal in Verbindung mit Sarkasmus. Vielleicht einfach schon, weil das allermeiste davon von Frauen kommt und ich mich daher sofort in eine Abwehrposition bewege. Ganz sicher aber auch, weil ich die Diskussionen zu allermeist extrem unentspannt und absolutistisch verstehe. Es scheint meist nur schwarz oder weiß, Freund oder Feind zu geben und wenig Möglichkeiten zu Kompromissen, geschweige denn dazu, mal die andere Sichtweise einzunehmen. Nicht nur weil es selbstreflektiert wirkt, schließe ich mich da garnicht aus.

Die eine oder andere Erkenntnis - zum Glück.

Ich bin weder so offen noch so ehrlich noch so schonungslos, wie ich gern wäre. Zumindest ist das das Ergenbis der ersten paar Stunden in der wiedergekehrten Realität (oder wie immer man das, was nun wieder im Wochenrhythmus vorüberschäumt, nennen mag). Ich habe mal wieder ein größeres Stück in einem Buch gelesen. Um genau zu sein in Haruki Murakamis (der ja schon öfter hier aufgetaucht ist) Sputnik Sweetheart.

Circle of Life.

Hmm. Irgendwie passt 'circle of life' nicht richtig als Titel, aber ein besserer fällt mir gerade auch nicht ein. Es ist nicht der gesamte Kreis des Lebens, der mir gerade durch den Kopf geht. Es sind aber Teilstücke, die sich am Rande tummeln.

Tod und Patenschaft.

Wie geht man damit um, wenn man erfährt, dass man tödlich krank ist, aber eigentkich ganz gut klarkommt und ein konkretes Ende nicht wirklich absehbar ist? Und auf der anderen Seite: Wieweit ist man bereit sich in seinen persönlichen Plan hineinfunken zu lassen, weil man glaubt jemanden passenden/besonderen gefunden zu haben? Ist die zweite Frage angesichts der ersten noch wirklich relevant? Kann man die erste ohne die zweite wirklich ernst nehmen?

Was gibt es noch zu verlieren? Zu erleben? Zu gewinnen?

Und dann kommt die Realität und zeigt dir, dass sie sich mehr um so Dinge wie Würde und Eigenständigkeit und Zeitvertreib kümmert. Darum, ob du dir noch selbst den Arsch abwischen und ein Marmeladenbrötchen schmieren kannst. Ob die Fernsehgebühren bezahlt sind und wann mal wieder jemand vorbei kommt.

FUCK U, Dave Gahan! (oder Vorurteilsfreiheit vs. Realität)

Ich meine: Gibt es etwas vorurteilsfreieres, als freiwillig mit auf eine Depeche-Mode-Party zu gehn?

Ich mag ja Klischees im Prinzip. Sie sind schließlich sowas ähnliches wie Erfahrung, zumindest fühlen sie sich oft so an. Und hey, welche Erfahrung auf die man moralisch-etisch einwandfrei zurückgreifen kann, ist schon wirklich reflektiert. Die meisten Erwartungen, die über rudimentäre, physikalische Rahmenbedingungen hinausgehen, sind doch eher einer Mehrheitskonformität zuzuschreiben, denn dem, was persönlich erfahren wurde. Doch meine Meinung bezüglich DeMo bestätigt sich wirklich aus sich selbst heraus immer wieder, auch wenn es angenehm ist zu erfahren, dass es anderen da nicht anders geht. Es ist einfach langweiliger Kram - fertig.

Monster des Monats April 2011

Auch wenn das Sammeln gerade etwas schleift, im Fundus gibt´s ja noch n bissl was.

Zum Beispiel dieses possierliche Exemplar hier, dass sich wohl im Rahmen eines Wettbewerbs im Forum der Designer-Community CGHub.com entwickelt hat. Dort kann man auch einiges über die Biologie des Tieres erfahren, die sich im wesentlichen an der der irdischen Großwale orientiert.

We need a bigger Board!

Bin ich da nicht neulich erst über´s Surfen gestolpert? Heute schon wieder. Relativ unvorbereitet und dennoch relativ logisch. Neben ein paar duzent Fragen und den üblichen paar dutzend "Wenns" und "Abers" und "Eigentlichs" und "Solltens" scheint es mir doch so, als sei der Zeitpunkt gekommen, sich in die Fluten zu stürzen.

Das bedeutet nass werden. Das bedeutet Fehler machen und Schmerzen erleiden. Vielleicht Beinbrüche, vielleicht sogar wirklich hässliche Schäden davon tragen. Schäden, die das an sich desinfizierende Meerwasser nicht heilen kann. Immerhin bietet es als ausgleich für diese Fälle eine zuverlässige, tiefe Ruhe.

under pressure

Was für ein Luxus das ist, entscheiden zu können, welchem Druck man sich ausliefert und wann man einfach "Stopp, es reicht!" sagen kann. Vor allem sich selbst gegenüber. Eine unglaubliche Erleichterung diese nervöse, unterschwellige Anspannung auflösen zu können.

Optimal wäre natürlich, das eigene Bedürfnis nacht "etwas tun wollen" jeweils passend auf die Dinge lenken zu können, die gerade "dran" sind. Aber hey, damit würde man ja die Hälfte der Bediensteten auf hiesigen Finanz- und sonstigen Ämtern auf einen Schlag arbeitslos machen. Zusätzlich müsste man sich für die plötzlich wirklich frei werdende Zeit ernsthaft überlegen, was man damit anstellt. Die gewohnte Druck-Verweigerungs-Aufschiebe-Erledigen-Belohnen-Kette würde ja zerreißen. Es gäbe nichts mehr zu belohnen. Keine Schocki :( Das kann weder jemand wollen, noch von anderen verlangen.

"Der Regen wird wärmer."

Nicht gerade aus heiterem Himmel, aber er kam. und zwar sehr sanft und mit einer gleichmäßige Steigerung. So langsam, dass ich mir die ersten zwei, drei Minuten garnicht sicher war, ob nicht vielleicht einfach nur so etwas feuchtes von oben herabfallen würde.

Und dann war da noch ...

... der Wunsch einen Satz zu schreiben, der mit den Worten "Und dann war da noch ..." beginnt und der - wie immer wenn die Sätze mit "Und dann war da noch..." beginnen, nichts mit dem zu haben würde, was da wirklich noch war, der aber den tiefen Wunsch in sich trägt, etwas festschreiben zu können, was da ist. Aber da ist nichts. Nichts, was sich festschreiben ließe. Nicht das es zerrönne beim Versuch der Fixierung, nein, es ist keine Materie vorhanden, die einen Ansatz der Destilation böte. Es ist das Gerücht eines Gerüchtes. Eine Ahnung. Ein Tausendfach erweitertes, subsummiertes, durch alle persönlichen Höllenfeuer erhitztes Gemüt, dass sich selbst nicht glaubt, was es da denkt und es vergessen hat, ehe es nochmal nachhorchen kann. 

Nichts war da noch. Nur eine Information. Ein Hinweis und eine Frage. Eventualitäten an der Peripherie meiner Vorstellungskraft. 

Rosinenbrötchen mit Butter

Im Grunde ist es völlig egal, ob man weiß warum man Rosinenbrötchen mit Butter drauf mag. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sich damit auseinanderzustetzten. Man könnte analysieren, welche Inhaltsstoffe man sich selbst mit dieser Kombination zuführt und spekulieren welchen Mangel der Organismus damit bemüht ist auszuglechen. Man könnte biografisch nachforschen, wann man wo bei oder mit wem das erste Mal dicke, gelbweiße Scheiben auf die goldbraune Heferosinenmasse geschmiert hat und was es für einen bedeutet, damals und heute. Man könnte überlegen, welchen Zweck dieses reduzierte, umkomplizierte Mahl gerade erfüllt und versuchen abzuschätzen, ob es ein Symbol ist, ein Hinweis. Man kann es einfach nur tun. Nicht darüber nachdenken, keinen Wert darin suchen, keinen Bezug herstellen.

Am Ende

sterben immer alle. Auch die, die nicht sterben sollten. Und das, was nicht sterben sollte, bleibt einzig dadurch erhalten, dass man es weitererzählt. Es macht traurig. Einen selbst und manchmal auch die Zuhörenden. Das aber, ist kein Grund es nicht zu erzählen, sondern der allerwichtigste es zu tun. Denn das, was nicht sterben sollte, macht in letzer Konsquenz eben immer traurig, weil man irgendwann selbst einer von denen sein wird, die am Ende immer sterben.

Kafka am Strand

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an dieses Leben gewöhnt. Dieses coole interessante Leben, das Figuren in Büchern führen und das allein schon deswegen den Anschein eines interessanten Lebens hat, weil man sich bis zu diesem Punkt durch gelesen hat.

Im Prinzip sind diese "Heldenleben" langweilig. Todlangweilig. So langweilig, wie ein Macel Proust-Roman, in dem es keine Helden gibt, weil den Charakteren schlicht Nichts passiert oder wenn etwas passiert ist man von den 200 Seiten davor so narkotisiert, dass man es nicht mehr mitbekommt.

Diiiieeeeettäääähhhhhhh!

Köstlich! Kommentarlos. via NotSafeForWork

Verzetteln

Früher, naja vor zwei, drei Jahren, habe ich meistens einen Zettel dabei gehabt, der mehrfach gefaltet als immer griffbereiter, gut zu tranportierender und vorformatierter Notizzettel (Getting Things Done-Vortrag, PDF, S. 17/18) diente. Irgendwann stand nichts mehr drauf und ich hab es sein lassen, das ganze Papier zu schneiden und zu falten. Ich habe nicht das Gefühl, dass im Moment mehr draufstehen würde. Trotzdem beschleicht mich der Eindruck, ich verzettle mich immer mal wieder für ein paar Wochen. Irgendwie gehen die Ziele, die nahen und die mittleren Verloren und ich finde mich nicht recht zurecht. Das vorgegebene Rahmenprogramm läuft zwar, aber ich nur so nebenbei mit. Es ist schade um die Zeit. Dabei und dannach. Aber es gäbe nichts, was sich auf einen Zettel schreiben ließe, um mir in diesen Wochen eine Orientierung zu geben, um mich daran zu erinnern, was gerade wichtig ist, was ich gerade will, wohin es gehen soll. Drei dieser Wochen sind so langsam wieder vorbei.

Ein Freund, ein guter Freund...

Eigentlich wollte das schon so ein bischen gerstern abend raus. Eigentlich sollte der Titel "Bis bald..." heißen. Eigentlich ging es gestern abend noch um das Warten, um die Hoffnung, die aufkommenden Zweifel, die Wut, der Groll. Eigentlich sollte es jetzt besser sein. Klarer. Es ist da ein Freund.

Eigentlich sollte es damit erledigt sein. Auftauchen in der sozialen Peripherie, Anschauen, Ansprechen, Einschätzen, Treffen, noch mehr Einschätzen, Gut-, ja Gutfinden - insgesamt, Warten, Zwischenkontaktieren, Hin- und Herüberlegen während des weiteren Wartens - dann: Der Freund.

Der verschwiegene Freund. Drei Wochen lang, zumindest gefühlte drei Wochen. Jedenfalls viel zu lange, um es einfach so hinzunehmen. Viel zu lange, um nicht die Zweifel umzubeigen, umzudeuten, umzubasteln in neue Hoffnung, neues Warten. Und jetzt?

Küssen? Vielleicht. Vielleicht einfach küssen. Vielleicht einfach.

Woran man merkt, dass im Leben gerade etwas falsch läuft und woran nicht:

Woran man merkt, dass im Leben gerade etwas falsch läuft:

  • Man kratzt mit einer Metallgabel aufgewärmtes Essen aus einer Teflonpfanne, während man sich überlegt, dass das bestimmt nicht so gut ist für die Antihaftbeschichtung.
  • Man ist noch mehrere Stunden nach Vollendung des abendlichen Zu-Bett-geh-und-Einschlafhilfe-Programms wach und schläft sofort ein, nachdem man sich ins Bett gelegt hat.
  • Man denkt die Waschmaschine einräumen und anschalten wäre schon mal ein gutes Stück Arbeit gewesen.
  • Man regt sich über das auf, was andere alles nicht machen.
  • Man legt Vorräte an, die man nicht aufbraucht sondern wegwirft - irgendwann.
  • Man badet nicht mehr, schon garnicht ohne etwas zu lesen oder anschaun.
  • Man denkt ständig: "morgen...".
  • Man vernachlässigte seine Rituale und ritualisiert seine Vernachlässigung.
  • Man isst zu oft im Bett.
  • Man beginnt erst dann aufzuräumen, wenn es externe Faktoren gibt.

Woran man merkt dass im Leben gerade alles ganz o.k. ist:

Sie ist es immer noch - Laura-Mary Carter

Ich hatte das hier schon mal. Aber wenn es sein muss (und wenn es gut läuft XD) schreibe ich das hier gern noch tausend Mal hin. Und ich ergänze es gernen um den ein oder anderen Superlativ. Sie ist es immer noch. Laura-Mary Carter ist nach wie vor der Welt coolste, lässigste und souveränste Gitaristin.