Zukunft

ACTA und warum ich das nicht will. (Update)

Es ist wie so oft. So schlimm wie es hier für ACTA theoretisch dargestellt wird, wird es nicht kommen. Zumindest zunächst nicht. Der Effekt von unverhältnismäßig harten (unglaublich undemokratischen) Gesetzgebungsverfahren läuft oft gleich ab. Zunächst gibt es außerordentlich überzogene Forderungen, auf die dann Kritiker aufmerksam machen, was zur Empörung (aber mittelfristig auch zur Ermüdung) führt, zu einer Abschwächung (und Komplexisierung) der Thematik und schließlich zu schwer kommunizierbaren Entwürfen, die in der Öffentlichkeit aufgrund der Vorgeschichte als relativ harmlos wahrgenommen werden, sofern man überhaupt noch Energie aufbringt sich damit zu beschäftigen.

Sag mal, geht's noch?!? Anscheinend ja, anscheinend geht's noch.

Die Frage lautet: "Geht´s noch?!?" Und die Antwort lautet irgendwie immer: "Ja. Ja, es geht noch. Is zwar nicht so dolle, aber es geht noch." Noch?!

Wann wird denn das noch zu einem "nicht mehr" werden? Wann wird es wirklich genug sein? Wann wird endlich damit aufgehört, so zu tun, als sei all der Unfug, der geschieht, der entschieden wird, der umgesetzt wird unvermeidbar oder unbeeinflussbar? Wann ist eine ausreichende Sättigungshöhe erreicht, um sich selbst einzugestehen: "Nein, das geht jetzt so nicht mehr. Das werde ich so nicht mitmachen."?

Die Angsthasensaison ist eröffnet.

demobild

Hmm, scheint ja gerade so, als sei die Angsthasenjagd eröffnet. Ich meine, was sich an und in dieser ganzen Bundestrojaner- und TK-Überwachungstrojaner-Angelenheit (oder wird es gar eine Affaire) zeigt, ist doch, dass Politik, das politische und staatliche Tagesgeschäft, das Vorgaukeln einer staatlichen Ordnung, das alles funktioniert so nicht mehr.

Vielleicht gibt es nur zwei Sorten von Menschen auf der Welt:

Die, die denken der Mensch steht/lebt in Konkurrenz zu (den) anderen und die, die die ganze Sache kooperativer sehen.

Immerhin eine wirklich exitenzielle Frage, wenn man es sich genauer anschaut beziehungsweise mal mit ein paar Leuten darüber spricht. Existenziell, weil eine Antwort darauf eine grundlegende Einstellung DEM_ANDEREN(TM) gegenüber widerspiegelt. Und damit prinzipielle Erwartungs-, Denk- und Verhaltensweisen hervorruft. Nicht nur (aber auch) im pädagogsichen Kontext spielt es daher eine entscheidende Rolle, welcher der beiden Sichtweisen man sich eher verschreiben würde. Die beiden extremen Absolutismen klammere ich mal aus, auch wenn sie sich für eine zugespitzte Diskussion hervoragend eignen, aber ich will das ganze eher tendenziell betrachten, denn niemand ist hunderprozentig Egomane oder Altruist.

Das Chaos da draußen

Ach herrlich. Diese Tage an denen man zwischendrin feststellt: "Wäre mein W-LAN heut nicht schon dreimal abgeschmiert, hätte ich noch nichts gegessen und läge noch im Bett." Tage in denen man so leben kann, wie die Helden aus den Romanen. Losgelöst von Raum und Zeit. Hier ein wenig in Erinnerungen schwelgen, dort ein bisschen kreativ sein, gute Gedanken entwickeln und Ideen. Etwas Surrealität und Drama und ab und an ein Anwurf an Sex oder Zärtlichkeit. Ein Zeitfenster, das einen Blick auf die Welt und ihre Verhältnisse zulässt, ohne existenzialistische Furcht.

Man kann sich den Fragen des Alltags stellen oder ihren Matphern in der Politik. Man kann die Seele baumeln lassen (was für eine Metapher! Warum hat die Politik nicht solche?). Oder man plant. 

Netzneutralität, Internet-Enquette und ein angenehmes Gefühl



Im Grunde ist es eine angenehme Mischung, das Gefühl, das sich bei mir in Bezug auf diese Netz-Neutralitäts-Enquette-Diskussion einstellt. Ein angenehmes Gefühl zu einer sehr unangenehmen Sache, aber da es sich aus Empörung und kopfschüttelnder Resignation zusammensetzt, scheint sich ein gut erträglicher Mittelwert herauszubilden. Netzneutralität?

Netzneutralität bedeutet, dass sämtliche Daten und Datenpakete (also die Häppchen an digitialen Informationen, die im eigentlichen Sinne den "Verkehr" im Internt haben darstellen) gleichwertig behandelt werden. D.h., dass bei der Weiterleitung dieser Häppchen zwischen Computern, Netzwerken, Internetanbietern und Kunden, egal ist, ob gerade eine E-Mal, Werbung, ein neues Schweinchen für Farmville oder Porn vorbeischwirrt. Netzneutralität ist quasi der Grundgesetzartikel 3, Absatz 3 (Benachteiliungsverbot) der Digitalität.

Rocket Sience und gesellschaftliche Chancen

Bei Fefe gab´s in den letzten Tagen gleich zwei Meldungen, die bei mir die Frage aufwarfen, was eigentlich technisch wirklich möglich wäre in Bezug auf Weltverbesserung/-rettung, wenn sich mehr Leute auf solche Projekte konzentrieren würden/könnten.

"The Bible Guarantees It" ... Düm.Di.Dümm...



Na, wo ist der Fehler versteckt?

Er- und Auflösung sowie -klärung gibt´s dann hier und hier. Aber erstmal selbst nachdenken, gell. Sonst wirkt´s nicht!

Ach ja, ob man die Bibel(TM) da jetzt irgendwie regressmäßig in Anspruch nehmen kann, weiß ich leider auch nicht. Wohl aber, dass durch solchen Unfug wirkliche Schäden provoziert werden.

Dinge lernen

"Gewissermaßen schließt du Freundschaft mit dem Tod und sprichst dich sozusagen mit ihm aus." steht auf einer der letzten Seiten von Murakamis "Kafka am Strand" (der war ja schon ein paarmal hier). In der Szene wird erklärt, mit welcher Einstellung man Surfen lernt und irgend wie finde ich das ziemlich schlüssig.

Man lernt Dinge dann, wenn man zwei entscheidende Ängste verliert. Die vor der Zeit und die vor dem unmittelbaren Tod. Es wird beschrieben, dass man - um RICHTIG Surfen zu lernen - eine lebensgefährliche Situation beim Surfen er- (und natürlich über-) lebt haben müsse. Diese führe zu obiger Erkenntnis, dass die eigene Vergänglichkeit, das persönliche Scheitern eben immer elementarer Bestandteil eines Lernprozesses ist.

Am Ende

sterben immer alle. Auch die, die nicht sterben sollten. Und das, was nicht sterben sollte, bleibt einzig dadurch erhalten, dass man es weitererzählt. Es macht traurig. Einen selbst und manchmal auch die Zuhörenden. Das aber, ist kein Grund es nicht zu erzählen, sondern der allerwichtigste es zu tun. Denn das, was nicht sterben sollte, macht in letzer Konsquenz eben immer traurig, weil man irgendwann selbst einer von denen sein wird, die am Ende immer sterben.

Autorennspiele



find ich doof. Entweder ist die Grafik mies (wenn man mal langsam fährt) oder die Physik- und Schadensmodelle haben so wenig mit der Echtwelt zu tun, wie Schweinedung mit Haute Cuisine.

Aber das da oben ist irgendwie anders. Es ist viel, viel mehr in der Realität angesiedelt. Es ist ... echt. Fehlt nur noch, dass die Sachen sich wirklich verschieben wenn man dagegenfährt. Aber ich bin mir sicher, dass auch dass nur eine Frage der Zeit sein wird. Bis dahin kann man sich selbige mit derlei augmented-reality-Spielereien vertreiben.

Wird wohl langsam Zeit, dass ich auch ein iPhone oder ähnliches Kleingerät bekomme, allein schon, weil man bei obigem Autorennspiel auch ballern kann. Was wird das erst, wenn man sich in seinem Lieblingsfilm mitspielend interaktiv auch gleich seine Lieblingswumme dazuklicken kann.

Terror, Terror, Terror!

Ich hab von dieser ganzen Terror-Hysterie nur am Rande was mitbekommen. Bei Niggemeier z.Bsp., aber da gab´s eigentlich auch nichts drüber zu sagen. Weder von Ihm und erst recht nichts von mir.

Und dann gab´s heute das da oben bei GMX. Nicht dass es reicht (sowohl zu schreiben als auch zu lesen), dass irgendwo, irgendwie, irgendwann ganz bestimmt etwas passieren wird, man aber besser schon mal den Reichstag (Wer das Wort in dem Zusammenhang auch komisch findet, bitte Hand hoch) sperrt, nicht dass am Ende doch noch eine Horde wild gewordener Islamisten den Bundestag stürmen und ein Blutbad da hinein masakrieren. Oder vielleicht doch die Handy-Nummer anrufen durchziehen.

absolut niemals. absolut immer.

Es ist eine der ganz großen Fragen. Sie tauch hin und wieder auf, produziert eine spontane Antwort, die ich im nächsten Augenblick wiederum selbst in Frage stelle. Ein Ende finde ich nicht.

Kann etwas für immer Gültigkeit besitzen? Kann etwas niemals eintreten, niemals wahr sein, niemals so und so laufen? Gibt es eine vernünftige beständige Auflösung für diese dualen, gegensätzlichen Paare?

Meine erste Reaktion auf derlei Absolutismen ist, sie auszuschließen. Ich gehe nicht davon aus, dass es auch nur irgendetwas gibt, das für immer da ist, das immer gilt oder immer so und so funktioniert. Nichts ist unendlich und damit kann es keine dieser (häufig ja wünschenswerten) Beständigkeiten geben. Und dann...:

Kribbeln.

Es geht.

Der ganze, bittersüße Stress,
der beklemmende Druck,
das immergleiche Kopfkino,
die neuen, alten Lieder,
der traurige Regen,
der trockene, rote Wein,
das Lachen,
die weichen Lippen,
die himmelgemalten Sonnenuntergänge,
der schnell noch gekaufte Käse,
die utopische Hoffnung,
die hoffnungsvollen Utopien,
die ausgesprochenen Vielleichts und die ungesagten Versprechen,
das nervöse, fasernde Kribbeln,
das Unglaubliche im Augenblick der Wahrnehmung,
die törichten Konservierungsversuche,
die albernen Reime,
die zu breiten Autos,
das fuck-the-fucking-fuck Neue,
die Angst.

Es geht. Wieder? Immer noch? Es geht!

Bildung bildet doch, oder?

Wir leisten uns allen Ernstes den Luxus, bis zur vierten Klasse bereits 19 Prozent und bis zur neunten Klasse (also bis zu einem Alter von 15-16 Jahren) 51 (einundfünfzig!) Prozent unserer Kinder und Jugendlichen komplett aus dem Bildungskontext herauszusieben. Weil sie keine Spargel sind, wie Ranga Yogeshwar und sein Team in der zweiten Folge der überaus sehenswerten dreiteiligen Bestandsaufnahme zur Ernährungs-, Bildungs- und Denksituation von Kinder und Jugendlichen in Deutschland veranschaulicht.

Ebenso plausibel sind die Argumente Fakten (denn sie sind wissenschaftlich belegt und belegbar), die er bspw. gegen das Sitzenbleiben anführt. Und auch die Einführung der Sendung, die sehr chick aufbereitet darstellt, dass wir Bildung aus dem simplen, hedonistischen Grund brauchen, weil sie uns glücklicher macht, ist absolut empfehlenswert.

Zwei Animations-Kurzfilme.

Oder sind es kurze Animationsfilme? Egal. Sie sind sehr unterschiedliche und sie sind gut. Wollt ihr wirklich, dass es sowas zukünftig nicht mehr gibt?

beide via Diskursdisko

LEGO - spielend Geld verdienen.

LEGO mag ich ja bekannter Maßen sehr. Daher werde ich immer neugierig, wenn ich über den Namen oder das Logo stolpere und so bin ich auch beim LEGO-Universe gelandet.

Das Universum der bunten Steine ist ein in der Beta-Phase befindliches Onlinerollenspiel, in dem man sich eine LEGO-Figur als Charakter erstellt und dann munter drauflos baut. Man hat ein Grundstück und wenn ich das richtig gelesen habe, dann kann man darauf nach Herzenslust (und ohne Kreditsystem) bauen was die Teile hergeben. Sowei so gut.

Mit Rollenspielen hab ich´s ja nicht so, aber hey: Es ist LEGO! Also wollte ich mich zum Betatest anmelden. Dazu muss man sich eine sogenannte LEGO-ID beschaffen, die man ebenfalls auf der Seite als Communitymitglied bekommt. Also da anmelden. Geht auch ganz schnell. Und dann kommen die AGBs:

Ich will mein Internet behalten.

Eigentlich weiß ich nicht so genau, wie ich den Artikel schreiben soll. Ich würde gerne vorgeben, die Dinge die gerade passieren richtig bewerten und entsprechende Prognosen ableiten zu können. Aber das kann ich nicht. Ich kann nur sagen, dass mir einiges an dem was gerade so um das Internet herum passiert, nicht gefällt. Und dass einiges darauf hindeutet, dass es in 2-3 Jahren dieses freie Medium so nicht mehr geben wird. Der "freie" Bereich wird eingeschränkt und das passt mir nicht.

Richtig und Falsch.

Normalerweise komme ich ganz gut damit kar, nicht so genau zu wissen was das ist. Ich mag die Unschärfe zwischen diesen beiden Polen, die es ja eigentlich überhaupt nicht in Reinform gibt. Bei vielen Dingen schere ich mich auch garnicht darum, mir zu überlegen ob es richtig oder falsch ist sie zu tun. Da geht es mir vorrangig darum, zu entscheiden, ob ich sie tun möchte oder nicht. Auch wieder ein Dualismus.

Geht es anders? Kann man anders denken? Anders als gut vs. schlecht, nützlich vs. schädlich, angenehm vs. unangenehm? Ist nicht die Annahme, man würde in den vielen Graustufen dazwischen agieren, nur ein großer Selbstbetrug? Will (oder Muss) man nicht das Gefühl haben das Richtige zu tun? Oder kann man gänzlich in Unwägbarkeiten leben? Und wenn ja, wie lange?

Ich hab das schon einmal gemacht.

Vor ein paar Jahren. Genauer: Vor über zehn. Einfach alles zusammengepackt, alle Zeichnungen, Kritzelleien, Textefragmente, viel Schulzeugs, Plüschtiere glaub ich auch, Ordner, Zeitschriften. Alles zusammengepackt und ab in den Container. Ohne viel Nachdenken einen guten Teil von dem was war einfach weggeworfen.

Das war irgendwie komisch und es gibt immer noch Momente in denen ich dran denke. In denen mir einfällt, dass dies oder jenes wohl dabei war. Vage Erinnerungen, nichts wirklich Greif- oder Beschreibbares, Ahnungen, nicht mehr. Fragmente eines pseudofotografischen Gedächtnisses.