Es ist wie so oft. So schlimm wie es hier für ACTA theoretisch dargestellt wird, wird es nicht kommen. Zumindest zunächst nicht. Der Effekt von unverhältnismäßig harten (unglaublich undemokratischen) Gesetzgebungsverfahren läuft oft gleich ab. Zunächst gibt es außerordentlich überzogene Forderungen, auf die dann Kritiker aufmerksam machen, was zur Empörung (aber mittelfristig auch zur Ermüdung) führt, zu einer Abschwächung (und Komplexisierung) der Thematik und schließlich zu schwer kommunizierbaren Entwürfen, die in der Öffentlichkeit aufgrund der Vorgeschichte als relativ harmlos wahrgenommen werden, sofern man überhaupt noch Energie aufbringt sich damit zu beschäftigen.

Die Frage lautet: "Geht´s noch?!?" Und die Antwort lautet irgendwie immer: "Ja. Ja, es geht noch. Is zwar nicht so dolle, aber es geht noch." Noch?!
Wann wird denn das noch zu einem "nicht mehr" werden? Wann wird es wirklich genug sein? Wann wird endlich damit aufgehört, so zu tun, als sei all der Unfug, der geschieht, der entschieden wird, der umgesetzt wird unvermeidbar oder unbeeinflussbar? Wann ist eine ausreichende Sättigungshöhe erreicht, um sich selbst einzugestehen: "Nein, das geht jetzt so nicht mehr. Das werde ich so nicht mitmachen."?

Ja aufregen, das müsste man sich. Weil man nicht geschlafen hat. Oder weil...

Hier liegt ein Zettel auf dem steht "Filter". Damit ich das nicht vergesse, weil ich was über Filter schreiben wollte. Nicht über das Zeug, was in Abzughauben so widerlich wird, auch nichts mit Rauchen und auch über diese unsägliche Methode Kaffee zuzzubereiten möchte ich hier nichts weiter verlieren. Filter, die uns den Zugang zur Welt ermöglichen, dass soll das Tema sein.
In den letzten Wochen tauchte immer wieder der Begriff der "Filter-Bubble" auf, den wohl Sascha Lobo geprägt hat, um zunächst ein Prinzip der (heutigen) Mediennutzung zu beschreiben. Kurz gesagt meint "Filter-Bubble" eine imaginäre Blase in der man sich "bewegt", deren hauchdünne Ränder sich dadurch auszeichnen, dass sie - ähnlich wie die Haut einer Seifenblase die Welt drum herum - die Innenwelt widerspiegeln, sodass man immer nur mit dem konfrontiert wird, was man sowieso schon kennt.
Wow! Ziemlich großartige Videocollage zum Thema Medien, ihr Einfluss auf die und ihre Funktion in der Gesellschaft. Vermutlich ist es Teil der Zergliederung dessen, was wir bisher als Staat kannten, der in dem Video seine Entsprechug für die Medienlandschaft findet. Da ist es dann auch nur logisch, dass dies als Zusammenschnitt auf Youtube visualisiert wird. Ganz nebenbei scheint ein braucbarer Taktgeschwindigkeitswert zum Verwurschteln von professionell gesprochenem Wort so um die 116 BPM zu liegen. Unbedingte Anschauempfehlung! Auch deshlab schon, weil ich mindestens die Hälfte der vorkommenden Personen sofort als Bundespräsidenten haben wollen würde. (Sofern es das Amt noch gibt.)
Nicht nur, dass jedes, das im Internet Texte, Bilder oder sonst etwas veröffentlicht (und mit "veröffentlichen" sind auch Twitter und Facebook gemeint) diesen Vortrag von Strafverteidiger Udo Vetter gesehen haben sollte, der am 13. Oktober in Düsseldorf aufgezeichnet wurde. Meiner Meinung nach (!) sollte sich jedes, das sich mit dem Gedanken trägt in der Öffentlichkeit den Mund aufzumachen, diese knapp anderthalb Stunden zu Gemüte führen.
Herr Vetter liefert neben den klassischen Fragen zu Urheber-, Zitat- und Meinungsrechten auch Antworten darauf, was zu tun ist, wenn ein Polizist einem seine Kamera wegnehmen oder das Fotografieren verbieten will. Ebenso geht er auf die Impressumspflicht ein, Kommentarverwaltungsanforderungen, das Fotografieren in der Öffentlichkeit generell und das Recht am eigenen Bild. Schön dabei ist, dass das alles weitgehend polemikfrei und an praktischen Beispielen veranschaulicht wird.

Da auf dieser dämlichen dradio-Seite natürlich kein Eintrag zur eben gelaufenen Sendung "Studiozeit - aus Religion und Gesellschaft - Glocken contra Muezzin" zu finden ist, kann ich auch nicht darauf verweisen. Jedenfalls lief eben besagte Sendung (und man könnte sich natürlich fragen, warum die Redaktion oder die (christiliche) Kirche oder wer immer für die Sendung verantwortlich ist kein Interesse daran hat, dass man die Sendung verlinken kann, denn Links sind ja ebenso wie Religionen eine Weltanschauung) und das Thema der Sendung war, muslimische Gotteshäuser vs. christiliche bzw. wo Religionsfreiheit aufhört und anfängt und wie laut und oft ein Muezzin innerhalb einer "über Jahrunderte christliche geprägten" (so hat es wohl das Bundesverfassungsgericht mal formuliert) Wohnsiedlung zum Gebet rufen darf. während Kirchenglocken munter vor sich hin flöten dürfen.

Im Grunde ist es eine angenehme Mischung, das Gefühl, das sich bei mir in Bezug auf diese Netz-Neutralitäts-Enquette-Diskussion einstellt. Ein angenehmes Gefühl zu einer sehr unangenehmen Sache, aber da es sich aus Empörung und kopfschüttelnder Resignation zusammensetzt, scheint sich ein gut erträglicher Mittelwert herauszubilden. Netzneutralität?
Netzneutralität bedeutet, dass sämtliche Daten und Datenpakete (also die Häppchen an digitialen Informationen, die im eigentlichen Sinne den "Verkehr" im Internt haben darstellen) gleichwertig behandelt werden. D.h., dass bei der Weiterleitung dieser Häppchen zwischen Computern, Netzwerken, Internetanbietern und Kunden, egal ist, ob gerade eine E-Mal, Werbung, ein neues Schweinchen für Farmville oder Porn vorbeischwirrt. Netzneutralität ist quasi der Grundgesetzartikel 3, Absatz 3 (Benachteiliungsverbot) der Digitalität.

Seit ein paar Wochen sind sie mir erst so richtig aufgefallen und ich habe den Eindruck, dass sie sich gerade wir Karnickel vermehren. Die Stencils. An Häuser(oder sonstige)wände gesprühte Ausschnitte aus Schablonen. Hin und wieder hatte ich zwar auch schon vorher mal eines dieser kleinen, meist einfarbigen Bildchen wahrgenommen, doch zur Zeit scheinen jeden Tag (vermutlich eher jede Nacht) neue dazuzukommen.

Was mir gerade eben, beim Lesen von Johnny Häuslers Artikel zu Facebook-Like-Gruppen wie Schuppen von den Augen fiel (ohne, dass es so da drin gestanden hätte): Medienkopetenz kann nicht mehr Vermittelt werden. Niemals mehr wieder. Weder institutionell noch sonstwie organisiert.
Ich hab mich ja schon öfter darüber beschwert, dass die Bildungsinstitutionen in diesem (und vielen anderen) Lande, deutlich versagt bei ihren Bemühungen, die "nächsten Generationen" auf den Umgang mit der heutigen (Medien-)Wirklichkeit vorzubereiten und ich möchten diese Einrichtungen und Mechanismen hiermit jetzt nicht in Schutz nehmen. Aber was mir eben bei dem Vergleich zwischen Facebook und Wahlcomputern klar wurde, ist der Umstand, dass Medien (im allgemeinsten Sinne den dieser Begriff haben kann) schlichtweg nicht mehr beherrschbar sind.

Auf der Suche nach einem lohnenswerten Film, stoße ich bei Alternatovlos.org, der Verschwörungstheoriennetzbeschallung mit Frank und Fefe in der Folge 9 auf "Network" und will mir den bekanntesten Ausschnitt daraus auf Youtube anschaun, (mehr ist nicht möglich, da alle weiteren Samples gegeofucked sind), wo mir von selbigem, Youtube nämlich, vorgeschlagen wird mir doch das Video "Why Homosexuality Should Be Banned" zu Gemüte zu führen, in dem ein smarter, junger Mann, pubertierender Nichtsnutz, ein Typ in unzusammenhängend wechselnden und schlecht eingeleuchteten Szenen unter anderem darüber aufklärt, dass es in Amerika nur eine Religion gibt, während

Wenn man mal zwischendrin eine Woche unvorhergesehen frei hat, gezwungener Maßen die eigenen Ansprüche an Leistungs- und Vollendungsfähigkeit heruntersetzen muss und dies nach zwei, drei fiebrigen Nächten auch akzeptiert, kommt man in die Lage, sich umfassend zu informieren. Radio und Internet bieten die Möglichkeit neben den alltägichen Nachrichten verschiedensten Themen nachzugehen. Man kann nachrecherchieren und die Fragen (die sich in der täglichen Nutzung von Medien nicht einmal so recht stellen wollen) zu beantworten versuchen.
Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem auch dies Überdruss bereitet. Das nervige und über Stunden inhaltsgleiche Wiederholen von "Meldungen" und "Hintergründen" und "Fakten" und "Spekulationen" verschwimmt zu einem Brei, der das Gehirn verklebt und dessen man sich schleunigst entledeigen will. Einfach abschalten, wie damals bei Peter L.
find ich doof. Entweder ist die Grafik mies (wenn man mal langsam fährt) oder die Physik- und Schadensmodelle haben so wenig mit der Echtwelt zu tun, wie Schweinedung mit Haute Cuisine.
Aber das da oben ist irgendwie anders. Es ist viel, viel mehr in der Realität angesiedelt. Es ist ... echt. Fehlt nur noch, dass die Sachen sich wirklich verschieben wenn man dagegenfährt. Aber ich bin mir sicher, dass auch dass nur eine Frage der Zeit sein wird. Bis dahin kann man sich selbige mit derlei augmented-reality-Spielereien vertreiben.
Wird wohl langsam Zeit, dass ich auch ein iPhone oder ähnliches Kleingerät bekomme, allein schon, weil man bei obigem Autorennspiel auch ballern kann. Was wird das erst, wenn man sich in seinem Lieblingsfilm mitspielend interaktiv auch gleich seine Lieblingswumme dazuklicken kann.

Ich hab von dieser ganzen Terror-Hysterie nur am Rande was mitbekommen. Bei Niggemeier z.Bsp., aber da gab´s eigentlich auch nichts drüber zu sagen. Weder von Ihm und erst recht nichts von mir.
Und dann gab´s heute das da oben bei GMX. Nicht dass es reicht (sowohl zu schreiben als auch zu lesen), dass irgendwo, irgendwie, irgendwann ganz bestimmt etwas passieren wird, man aber besser schon mal den Reichstag (Wer das Wort in dem Zusammenhang auch komisch findet, bitte Hand hoch) sperrt, nicht dass am Ende doch noch eine Horde wild gewordener Islamisten den Bundestag stürmen und ein Blutbad da hinein masakrieren. Oder vielleicht doch die Handy-Nummer anrufen durchziehen.
"Literal" bedeutet "buchstäblich" oder auch "eigentlich/im wörtlichen Sinn" sagt der Leo. Wenn man bei youtube nach literal videos - also wörtlich verstandene videos - sucht, findet man teilweise sehr köstlich gemachte Neuinterpretationen bekannter Musikvideos.
Im September war´s schwer sich zu entscheiden. Daher erlaube ich mir einfach diesmal zwei Bilder hier zu zeigen. Und um die Ungleichbehandlung der Reihenfolge möglichst klein zu halten hier gleich das nächste.

Wir leisten uns allen Ernstes den Luxus, bis zur vierten Klasse bereits 19 Prozent und bis zur neunten Klasse (also bis zu einem Alter von 15-16 Jahren) 51 (einundfünfzig!) Prozent unserer Kinder und Jugendlichen komplett aus dem Bildungskontext herauszusieben. Weil sie keine Spargel sind, wie Ranga Yogeshwar und sein Team in der zweiten Folge der überaus sehenswerten dreiteiligen Bestandsaufnahme zur Ernährungs-, Bildungs- und Denksituation von Kinder und Jugendlichen in Deutschland veranschaulicht.
Ebenso plausibel sind die Argumente Fakten (denn sie sind wissenschaftlich belegt und belegbar), die er bspw. gegen das Sitzenbleiben anführt. Und auch die Einführung der Sendung, die sehr chick aufbereitet darstellt, dass wir Bildung aus dem simplen, hedonistischen Grund brauchen, weil sie uns glücklicher macht, ist absolut empfehlenswert.
Oder sind es kurze Animationsfilme? Egal. Sie sind sehr unterschiedliche und sie sind gut. Wollt ihr wirklich, dass es sowas zukünftig nicht mehr gibt?
beide via Diskursdisko

LEGO mag ich ja bekannter Maßen sehr. Daher werde ich immer neugierig, wenn ich über den Namen oder das Logo stolpere und so bin ich auch beim LEGO-Universe gelandet.
Das Universum der bunten Steine ist ein in der Beta-Phase befindliches Onlinerollenspiel, in dem man sich eine LEGO-Figur als Charakter erstellt und dann munter drauflos baut. Man hat ein Grundstück und wenn ich das richtig gelesen habe, dann kann man darauf nach Herzenslust (und ohne Kreditsystem) bauen was die Teile hergeben. Sowei so gut.
Mit Rollenspielen hab ich´s ja nicht so, aber hey: Es ist LEGO! Also wollte ich mich zum Betatest anmelden. Dazu muss man sich eine sogenannte LEGO-ID beschaffen, die man ebenfalls auf der Seite als Communitymitglied bekommt. Also da anmelden. Geht auch ganz schnell. Und dann kommen die AGBs:

Eigentlich weiß ich nicht so genau, wie ich den Artikel schreiben soll. Ich würde gerne vorgeben, die Dinge die gerade passieren richtig bewerten und entsprechende Prognosen ableiten zu können. Aber das kann ich nicht. Ich kann nur sagen, dass mir einiges an dem was gerade so um das Internet herum passiert, nicht gefällt. Und dass einiges darauf hindeutet, dass es in 2-3 Jahren dieses freie Medium so nicht mehr geben wird. Der "freie" Bereich wird eingeschränkt und das passt mir nicht.
ab gehter!