Chaos

Ein emotional-sozialer Impact - Das wärs!

Gut. Es scheint sich niemand zu finden. Also muss ich das wohl machen. Anscheinend gibt es keinen in Verantwortung befindlichen Politik-, Würden-, nicht mal einen Wasserträger, dem klar wäre, welche Chance die Grandiosität des Augenblicks gerade darstellt. Ich meine - wir haben gerade Armageddon überlebt! Ist euch das klar?!

Für sich allein, wäre weder der erwartungsgemäß vorbeirauschende Asteroid 2012 DA 14, noch der Umstand, dass es in Russland eine Meteoritenexplosion irgendwo zwischen der Strato- und Mesosphäre gegeben hat, ein ausreichendes Ereignis, um die aktuelle Stimmung zu erzeugen. Aber in diesem Zusammentreffen der (zumindest nach bisherigem Kenntnisstand) nicht zusammengehörigen Phänomene, potenziert sich deren 'Impact' doch gewaltig.

Der Einzelfall rettet dem Individuum das Leben und der Gesellschaft den Hals - oder so.

Gerade geht ein #aufschrei durch Twitter und neben den erwartbaren (gerade auch in und von mir erwartbaren) Abwehr- und Relativierungsreflexen, gebe ich dem seit eigen Tagen wachsenden Impuls nach, mal wieder etwas aufschreiben zu wollen. Nicht, dass es einen konkreten Anlass gegeben hätte oder sich akut einer darstellt. Es handelt sich wohl eher um die ursprünglichste Form der Gedankenverarbeitung, die mich dazu bringt: Die Gestaltwandlung.

Wurst kaufen wird der Sache nicht gerecht.

Man kann ja so viel falsch machen. Die falsche Wurst kaufen, zum Beispiel. Überhaupt Wurst kaufen und essen. Ist falsch. Falsch, weil - naja - irgendwie geht da halt viel Wasser drauf in der Produktion und Weizen wird verfüttert, der anderswo fünfmal so viele Menschen sattmachen würde, wie die Wurst die ich kaufe. Oder war es Mais? Soja? Jedenfalls sowas, was nicht so gut schmeckt.

Man kann sich reinhängen in Dinge und dann feststellen, dass man nur einen kleinen Ausschnitt vom Ganzen gesehen hat und man bei näherer oder weiterer Betrachtung zu einem ganz anderen oder entscheidend anderen Ergebnis gekommen wäre. Man kann sich das Ganze anschauen oder den Teil.

Beides ist falsch. Beides wird dem anderen nicht gerecht. Man kann sich über die Entwicklung der Bildung in Deutschland echauffieren. Man kann die Situation der Schulen, Kitas, der Hochschulen für fehlgeleitet halten. Kann die Prämissen unter denen auch 2012 immer noch gelernt wird verurteilen, für schädlich und schändlich halten. Es wird dem Ganzen nicht gerecht.

Die Beschneidung des Geduldsfadens.

Leute, Leute, Leute. Ich finde das langsam nicht mehr spaßig oder 'vertretbar' oder 'tolerierbar'. Ich bemerke mehr und mehr, dass ich eine unglaubliche Wut auf alles bekomme, was irgendwie versucht sich aus einer Religiösität heraus zu argumentieren. Egal um was es geht. Ich komme immer zu dem Schluss: Das ist kein Argument. Dabei ist dieser Beschneidungsdebattenartikel nur ein (relativ harmloses) Beispiel, aber vielleicht auch gerade deshalb so absurd.

Was ist so schlimm daran, Zukuft als Prozess zu akzeptieren?

Ich finde es immer erstaunlich, wie stark der Glaube an die Vorhersagbarkeit und globale Planbarkeit von komplexen Prozessen ist. Diese Anmaßung findet sich ja in vielen Bereichen, aktuell geht es häufig um Geld und um Europa. Noch schlimmer aber, als die Vorstellung etwas so umfangreiches wie etwa die Zusammenführung der europäischen Staaten exakt planen und alle Unwägbarkeit entgegen ihrer Natur abwägen zu können, ist die reversive Zementierung dieses naiven Glaubens durch selektive Aufarbeitung des Verlaufs. An Hand ehemaliger Mahner und Warner, die den aktuellen Stand des jeweils betrachteten Prozesses (ja schon immer) vorausgesehen haben, wird der Eindruck erweckt und vermittelt, die jetztige Situation, sei die einzig zu erwartende gewesen.

Sag mal, geht's noch?!? Anscheinend ja, anscheinend geht's noch.

Die Frage lautet: "Geht´s noch?!?" Und die Antwort lautet irgendwie immer: "Ja. Ja, es geht noch. Is zwar nicht so dolle, aber es geht noch." Noch?!

Wann wird denn das noch zu einem "nicht mehr" werden? Wann wird es wirklich genug sein? Wann wird endlich damit aufgehört, so zu tun, als sei all der Unfug, der geschieht, der entschieden wird, der umgesetzt wird unvermeidbar oder unbeeinflussbar? Wann ist eine ausreichende Sättigungshöhe erreicht, um sich selbst einzugestehen: "Nein, das geht jetzt so nicht mehr. Das werde ich so nicht mitmachen."?

Wut und so

wut

Ich kann mich ja hin und wieder fortrefflich aufregen. Über dies und das im Allgemeinen und über Disfunktionalität im Besonderen. Steigern lässt sich das nur noch durch das spontane Eintreten von Disfunktionlität von gewohnt Funktionierenem gekoppelt mit akuter Zeitnot. Oder anders: ES GING NICHTS. VERF*'#&%§$"TE SCHEISSE!!!!!

So geschenen am letzen Freitag, dem Tag vor Heilig Abend. Ohnehin alles kurz vor knapp, Gedränge, Unfertiges, temporäre Kompromisse und bereits Verschobenes aufs nächste Jahr im Gedächtnis. Natürlich ist das immer nur ein subjektiver, verfälschter Eindruck, dass Dinge, von denen man gewohnt ist, dass sie funktionieren und Abläufe die man bereits mehrere hundert mal so vollzogen hat und die auch zu dem gewünschten Ergebnis führten, plötzlich und unerwartet und besonders häufig in brenzligen und zeitdrückenden Momenten ihren Dienst versagen. Da stürtz ein Programm ab, da klappt eine Verbindung nicht oder das Format der URLs haut irgendwie nicht hin. All sowas.

Die Angsthasensaison ist eröffnet.

demobild

Hmm, scheint ja gerade so, als sei die Angsthasenjagd eröffnet. Ich meine, was sich an und in dieser ganzen Bundestrojaner- und TK-Überwachungstrojaner-Angelenheit (oder wird es gar eine Affaire) zeigt, ist doch, dass Politik, das politische und staatliche Tagesgeschäft, das Vorgaukeln einer staatlichen Ordnung, das alles funktioniert so nicht mehr.

Die Welt ist keine Modelleisenbahn.

Ich bitte euch, liebe Verantwortliche im leinen und großen Kontext, hört endlich auf so zu tun, als ob ihr die Welt im Griff hättet. Hört auf so zu tun, als könntet ihr Schlimmes verhindern. Hört auf so zu tun, als wüsstet ihr mehr über das Chaos da draußen, als jeder andere.

Bitte lieber Barack Obama, hör auf so zu tun, als sein ein Hurrican ein Krieg den man gewinnen müsste oder auch nur könnte. Ein Hurrican ist Strum mit viel Wind und viel Wasser, da gehen Dinge kaputt und es wird nass, vielleicht auch sehr nass. Aber er ist kein Gegner und kein Feind. Er ist Ergebnis der Entwicklung dieses Planeten und gestaltet sie teilweise mit. Er hat keine Seele und verfolgt keine Absicht. Er ist nicht böse, auch wenn er viel Übles anrichten kann.

Das Chaos da draußen

Ach herrlich. Diese Tage an denen man zwischendrin feststellt: "Wäre mein W-LAN heut nicht schon dreimal abgeschmiert, hätte ich noch nichts gegessen und läge noch im Bett." Tage in denen man so leben kann, wie die Helden aus den Romanen. Losgelöst von Raum und Zeit. Hier ein wenig in Erinnerungen schwelgen, dort ein bisschen kreativ sein, gute Gedanken entwickeln und Ideen. Etwas Surrealität und Drama und ab und an ein Anwurf an Sex oder Zärtlichkeit. Ein Zeitfenster, das einen Blick auf die Welt und ihre Verhältnisse zulässt, ohne existenzialistische Furcht.

Man kann sich den Fragen des Alltags stellen oder ihren Matphern in der Politik. Man kann die Seele baumeln lassen (was für eine Metapher! Warum hat die Politik nicht solche?). Oder man plant. 

Rosinenbrötchen mit Butter

Im Grunde ist es völlig egal, ob man weiß warum man Rosinenbrötchen mit Butter drauf mag. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sich damit auseinanderzustetzten. Man könnte analysieren, welche Inhaltsstoffe man sich selbst mit dieser Kombination zuführt und spekulieren welchen Mangel der Organismus damit bemüht ist auszuglechen. Man könnte biografisch nachforschen, wann man wo bei oder mit wem das erste Mal dicke, gelbweiße Scheiben auf die goldbraune Heferosinenmasse geschmiert hat und was es für einen bedeutet, damals und heute. Man könnte überlegen, welchen Zweck dieses reduzierte, umkomplizierte Mahl gerade erfüllt und versuchen abzuschätzen, ob es ein Symbol ist, ein Hinweis. Man kann es einfach nur tun. Nicht darüber nachdenken, keinen Wert darin suchen, keinen Bezug herstellen.

Medienkompetenz adieu.

Was mir gerade eben, beim Lesen von Johnny Häuslers Artikel zu Facebook-Like-Gruppen wie Schuppen von den Augen fiel (ohne, dass es so da drin gestanden hätte): Medienkopetenz kann nicht mehr Vermittelt werden. Niemals mehr wieder. Weder institutionell noch sonstwie organisiert.

Ich hab mich ja schon öfter darüber beschwert, dass die Bildungsinstitutionen in diesem (und vielen anderen) Lande, deutlich versagt bei ihren Bemühungen, die "nächsten Generationen" auf den Umgang mit der heutigen (Medien-)Wirklichkeit vorzubereiten und ich möchten diese Einrichtungen und Mechanismen hiermit jetzt nicht in Schutz nehmen. Aber was mir eben bei dem Vergleich zwischen Facebook und Wahlcomputern klar wurde, ist der Umstand, dass Medien (im allgemeinsten Sinne den dieser Begriff haben kann) schlichtweg nicht mehr beherrschbar sind.

Internet geht so:

Auf der Suche nach einem lohnenswerten Film, stoße ich bei Alternatovlos.org, der Verschwörungstheoriennetzbeschallung mit Frank und Fefe in der Folge 9 auf "Network" und will mir den bekanntesten Ausschnitt daraus auf Youtube anschaun, (mehr ist nicht möglich, da alle weiteren Samples gegeofucked sind), wo mir von selbigem, Youtube nämlich, vorgeschlagen wird mir doch das Video "Why Homosexuality Should Be Banned" zu Gemüte zu führen, in dem ein smarter, junger Mann, pubertierender Nichtsnutz, ein Typ in unzusammenhängend wechselnden und schlecht eingeleuchteten Szenen unter anderem darüber aufklärt, dass es in Amerika nur eine Religion gibt, während

Information(en)

Wenn man mal zwischendrin eine Woche unvorhergesehen frei hat, gezwungener Maßen die eigenen Ansprüche an Leistungs- und Vollendungsfähigkeit heruntersetzen muss und dies nach zwei, drei fiebrigen Nächten auch akzeptiert, kommt man in die Lage, sich umfassend zu informieren. Radio und Internet bieten die Möglichkeit neben den alltägichen Nachrichten verschiedensten Themen nachzugehen. Man kann nachrecherchieren und die Fragen (die sich in der täglichen Nutzung von Medien nicht einmal so recht stellen wollen) zu beantworten versuchen.

Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem auch dies Überdruss bereitet. Das nervige und über Stunden inhaltsgleiche Wiederholen von "Meldungen" und "Hintergründen" und "Fakten" und "Spekulationen" verschwimmt zu einem Brei, der das Gehirn verklebt und dessen man sich schleunigst entledeigen will. Einfach abschalten, wie damals bei Peter L.

Monster des Monats Dezember 2010

Dieses Mal wird´s undeutlich, unscharf und absolut spekulativ. Na, wo ist das Monster? Na, was ist das Monster? Na, was macht das Monster? Na, ... was sind das für komische Dinger in seinem Maul??? Eine mögliche Antwort: Die Riesenschnecke holt tief Luft, um das brenneden Haus der armen Familie auszupusten, die versehentlich (und pädagogisch basolut verwerflich) mit ihren Kindern lustige okulte Spiele gespielt, dabei zuerst die Katze dann das Haus angezündet und zu guter letzt eine gigantische, intergalaktisch operierende Feuerwehrschnecke herbeigerufen, die sich gerade daran macht wenigstens einen Teil des Chaoses zu behebn. Hätte zumindest ein Happy-End. Eine andere: Eine gigantische, intergalaktische Riesenschnecke (mit lustigen, an Kinderschlüssel erinnernden Zähnen) schickt sich an das Einfamilienhaus einer unbescholtenen Familien mittels eines von ihr magisch erzeugten Flammensturms in Schutt und Asche zu legen, einfach - weil sie´s kann.

absolut niemals. absolut immer.

Es ist eine der ganz großen Fragen. Sie tauch hin und wieder auf, produziert eine spontane Antwort, die ich im nächsten Augenblick wiederum selbst in Frage stelle. Ein Ende finde ich nicht.

Kann etwas für immer Gültigkeit besitzen? Kann etwas niemals eintreten, niemals wahr sein, niemals so und so laufen? Gibt es eine vernünftige beständige Auflösung für diese dualen, gegensätzlichen Paare?

Meine erste Reaktion auf derlei Absolutismen ist, sie auszuschließen. Ich gehe nicht davon aus, dass es auch nur irgendetwas gibt, das für immer da ist, das immer gilt oder immer so und so funktioniert. Nichts ist unendlich und damit kann es keine dieser (häufig ja wünschenswerten) Beständigkeiten geben. Und dann...:

Verrückt.

"Als Wahnsinn oder Verrücktheit wurden in der Geschichte des Abendlandes bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestimmte Verhaltens- oder Denkmuster bezeichnet, die nicht der akzeptierten sozialen Norm entsprachen. Dabei bestimmten stets gesellschaftliche Konventionen, was als „Wahnsinn“ verstanden wurde."

Auch wenn es mir ausdrücklich nicht um den (so nicht vorhandenen) klinischen Begriff des Verrücktseins oder der Verrücktheit geht, sondern um den umgangssprachlichen, steht in diesem Auszug aus der (ehemals) allwissenden Müllhalde ein elemntarer Kern in der Betrachtung von "verrückt". Beschäftigt man sich mit der landläufigen Bedeutung bzw. dem Verständnis von verrückt, stößt man zwangsläufig auch auf den Begriff "normal".

Ich schreibe eigentlich nicht mehr gern über so Internet-Gesellschafts-Meta-Zeug,

aber (und der aufmerksame Lesen wird diese "Aber-Erwartung" sicherlich nach der Überschrift schon in sich tragen) - aber, vielleicht ist es ja nicht nur "Meta", was mir dazu einfällt.

Wozu? Hmm, ich versuch mal den Bogen zu schlagen. Seit dem Vortrag von Peter Kruse auf der re:publika, in der er ganz grundlegend zwischen Digital-Residents (aktiv mitgestaltende, eher freiheitsliebende Netznutzer) und Digital-Visitors ("Be"-nutzende, eher sicherheitsliebende Nutzer) unterscheidet, interpretiere ich vieles von dem, was ich über die "Zukunft des Internet" (und damit der Gesellschaft/en) lese, hinsichtlich dieser Unterscheidung.

Die Welt geht unter!

Die Metapher [...] ist eine rhetorische Figur, bei der ein Wort nicht in seiner wörtlichen, sondern in einer übertragenen Bedeutung gebraucht wird, und zwar so, dass zwischen der wörtlich bezeichneten Sache und der übertragen gemeinten eine Beziehung der Ähnlichkeit besteht.

Und ich frage mich jedes Mal, wohin sie denn untergehen soll? Das Bild, das des Untergehens, kommt ja aus der Seefahrt. Wobei auch ein Reich untergehen kann, ein Stagediver kann untergehen und selbst ich und du, wir können (gesellschaftlich oder gar existenziell) untergehen. Immer das gleiche Sprachbild und immer ein horizontaler Bezug. Die Wasserliene, die Erdoberfläche, die Köpfe des Publikums oder die soziale, finanzielle, (welche auch immer) Hierarchie. Es gibt immer diese Bezugspunkte.

Wieso passiert sowas nie in Deutschland? (update 2)

(the big picture)

Jetzt ist schon wieder alles gesperrt und man kommt nicht mehr hin. Verdammter Mist!