Monster des Monats Mai 2011

So: Neuer Monat, neues Monster. Naja - der Monat ist ja schon ein wenig älter und unser Freund hier sieht jetzt auch nicht mehr so taufrisch aus. Immerhin hat ihn sein Schöpfer Bryan Wynia als "lebendig" bezeichnet und die Gerätschaften an Kopf, Hals und wer weiß wo noch, assoziiert man doch recht schnell mit Frankenstein oder Herman Munster.

Eigentlich mag ich ja diese humanoid Monster nicht wirklich. Sie sind klein, sie sehen eher weinerlich aus und ihre Agression erwächst zumeist aus emotional-ethischen Wurzeln. Sie haben eine Geschichte und man kann sie und ihr Schicksal verstehen und nachempfinden. Warum also diesmal dieser verkorkste Hulk?

Nun zum einen, weil ich die Künstler deren Schöpfungen im Mai interessant waren bereits hatte, zum anderen aber weil mich diese Figur wirklich am meisten beeindruckt hat. Die Handwerklichkeit mit der Wynia die unterschiedlichen Hautpartien, die Schrammen und Narben, die Augen und Nase und Elektrik darstellt sind einfach umwerfend. Unterstützt wird das alles durch das gekonnte Spiel mit dem Licht und den Reflexionen auf diesen unterschiedlichen Oberflächen.

Die Szene erinnert an ein Sanatorium oder etwas was früher mal Nervenheilanstalt hieß, ohne dass man den Eindruck bekommt hier würde in nächster Zeit die nervliche Heilung von irgendetwas oder irgendjemand anstehen. Viel mehr steht wohl bevor, dass der Typ, der sich die Kopfhörer an die Stirn geklebt hat nur noch die Verbindung zwischen der Feuerwerhaxt, die vor ihm auf dem Boden liegt und dir herstellen muss, um dann damit anzufangen, das zu tun, was Leute mit angeklebten Kopfhörern zu tun pflegen, wenn sie eine derart weitreichende Erkenntnis erlangt haben.

Zu allem Überfluss liegt in dem Blick von David Banner in spe, bereits deine Panik vor der Ausweglosigkeit deiner Lage. Denn mag er auch nicht sofort die Möglichkeitsvielfalt von grobschlächtigem Werkzeug erkennen - er kennt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit besser im Hospital aus als du. Er wird dich finden. Er wird dir nicht nachrennen, aber dich finden. Langsam. Weil er eine seit Ewigkeiten gequälte Seele ist, immer verstoßen, nie geliebt, nicht mal Internet hatte er, um sich abzuonanieren.

Er wird dir hinterher gehen, in mäßgem Schrirtttempo. Vielleicht hinkt er sogar - wäre ja ein Wunder, wenn seine Beine tip-top in Takt wären. Er schaut dich mit einem leeren Blick an, den du gern als verschobene, perverse Geilheit fehlinterpretierst, aber es ist einfach nur Leere, weil seine letzte, reaktionsauslösende Emotion der Schrei war, nachdem er bei seiner Geburt fallen gelassen wurde. Auch seine jahrelangen Unterhaltungen mit der toten Kellerassel Floh haben daran nichts mehr geändert. Und so tut er das, was er mit dir tun wird, nur weil er...

Naja, so oder ähnlich wird´s dann wohl enden. Und diese Type so abzubilden, dass man das auch glaubt, ist echt ne Leistung.

Was es sonst noch im Mai gab, gibt´s hier zu sehn.

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