Monster des Monats April 2011

Auch wenn das Sammeln gerade etwas schleift, im Fundus gibt´s ja noch n bissl was.

Zum Beispiel dieses possierliche Exemplar hier, dass sich wohl im Rahmen eines Wettbewerbs im Forum der Designer-Community CGHub.com entwickelt hat. Dort kann man auch einiges über die Biologie des Tieres erfahren, die sich im wesentlichen an der der irdischen Großwale orientiert.

Von daher verwundert es auch nicht, dass die Szene, die Jonathan Meyer gewählt hat, an die Tierzeitschriftenposter aus den 80ern erinnert. Ich kann mich sogar schwach daran erinnern, dass ich eine ganze Zeit lang so eins in meinem Zimmer hängen hatte. Aus dem Tierfreund, glaub ich (Den gibt´s ja immer noch...). Jedenfalls war auf dem Poster eine Buckelwalkuh nebst ihrem Jungen zu sehn und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ist das vielleicht mit ein Grund, warum mich diese wirklich großen Tiere so faszieren. Auf eine ... ganz merkwürdige, irrationelle Art und Weise.

Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es nicht statthaft ist, diese Tiere zu schlachten, auch wenn ich ansonsten sehr für den Kausalitätserhalt in der Lebensmittelherstellung bin. Es gehört sich nicht, Tiere von dieser Größe zu töten und ich kann nicht erklären, warum ich das so empfinde. Deshalb versuche ich auch keine irgendwie hergeleitete Begründung. Sie wäre schlicht nicht stimmig.

Unser sturm- und wellengeschüttelter Versuch damals in Island einen Blick auf einen Blauwal zu erhaschen, scheiterte ziemlich kläglich und taugt heute nur noch als Abenteueranekdote. Aber die Faszination ist immer noch da, wie ich erst kürlich in "Die Bucht" erkennen musste. Dabei ist nicht so sehr der Umsatnd schockierend, dass da Tiere zum menschlichen Verzehr getöten werden. Die Art und weise ist eine unglaublich gleichgültige und das ist das Erschreckende. Erst recht, da sie von Menschen praktiziert wird, die direkt am, vom und mit dem Meer leben. Da ist irgendwo scheinbar was kaputt gegangen oder garnicht erst entstanden. Ungefähr das, was bei Ghost in the Shell (Min. 2:22) in der Freitauchszene beschrieben und durch den Soundtrack von Wamdue Project so trefflich untermalt wird.

Damit meine ich nicht irgendwelchen Esokram mit Gaja und Zusammenhang von allem mit allem und eins sein und so. Nein, schlicht die Fähigkeit zur Empathie und zum Staunen. Die Bereitschaft dazu, sich von der Welt faszinieren zu lassen. Ob das dann mit oder ohne spirituellem Background geschiet, ist mir eigentlich egal. Ich finde er ist nicht notwendig und vielliecht ist Spiritualität an dieser Stelle auch nur ein Versuch des Gehirns Ordnung zu schaffen, wie es ja auch sonst seine Aufgabe ist. Eine brauchbare, alltagstaugliche Einordnung zu finden, um handlungsfähig zu bleiben, aber an der Stelle ist mir eine Erklärung wirklich Wurst (höhö).

Wieso dieser metaphysische Bezug nun bei dem Bild zustande kommt?

Mayer ist ganz offensichtlich starkt in der religiösen Kunst verankert. Die entsprechenden Mythem um die maritimen Großssäuger werden ihm also sicherlich besser bekannt sein als mir. Jonas mit dem Wal, als der klassische Bezug zur Bibel, wo der Wal mit seiner Größe, Masse und kompromisslosen Gewalt, ebenso wie bei Moby Dick ein Ausdruck für das nicht mehr durch den Menschen Beherrschbare ist. Für die Natur oder Gott oder "jenes höhere Wesen" (nach Böll). Wale sind also, ähnlich wie Godzilla im letzten Monat (der im übrigen ja auch Entlehnungen von Meeresgetier besitzt) die krassen Checker, die dir einfach in die Fresse haun, wenn du gerade nicht damit rechnest, alda - ohne dass du eine Möglichkeit hast, dich gegen sie zur Wehr zu setzen.

Wie beruhigend wirkt da ein solches Bild. Die Vorstellung davon mit dieser Urgewalt einvernehmlich zu tauchen. Sich ihr auf eine unbedrohliche Weise ergeben zu können. Mehr an Interaktion und "Kommunikationswillen" der Tiere will ich da garnicht unterstellen, schon garkeine höhere Intelligenz. Wenn Wale intelligent wären, wüsstens Sie sich gegen uns zur Wehr zu setzen, so wie sie es (fremdgesteuert) in Schätzings "der Schwarm" tun. (Wann wird der denn nun eigentlich verfilmt?). Und, naja, die Möglichkeit einer "sanften Überzeugungsarbeit" á la Ghandi mit der sie uns von einer friedlichen Koexistenz überzeugen wollen, halte ich für Unfug.

Eine Lösung habe ich nicht. Aber wenn es Bilder wie das obige gibt, können die ja schon mal ein Ansatzpunkt sein, um sich zu einer solchen Szene (und damit Vorstellung, denn den Gefallen der Ignoranz von Bildern tut uns unser Gehirn ja nicht) zu verhalten. Und vielleicht ein klappt das dann mit dem Staunen auch...

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