Monster des Monats November 2011

Sandwurm

Letzten Monat ist es verloren gegangen, aber jetzt ist wieder eins aufgetaucht. Im wahrsten Sinne des Wortes "aufgetaucht". Ein Klassiker des Monstergenres: Ein Sandwurm.

Maury Ruiz hat diese gelungene Variante einer sehr beliebten Monsterspezies entworfen und in Szene gesetzt und dankenswerter Weise auf CreatureSpot.com veröffentlicht. Dort gibt es auch noch weitere Arbeiten von ihm, die alle durch ein ähnlich hohes Maß an Detailiertheit und Dyamik überzeugen.

Und dynamisch ist es ja, dieses mittelgroße Exemplar, dass sich in die Reihe sandbewohnender Kriechwesen einreiht, in der auch beispielsweise die fabulösen Tremors zu finden sind (Wer sich mal in die Erlebniswelt eines Raketenwurms versetzen möchte, kann dies bei diesem Spielchen hier tun.) oder Legenden, wie die 400-Meter-Sandwürmer von Dune, dem Wüstenplaneten. Dass die Kreaturen im Sand nach wie vor schlecht erforscht sind, belegt auch eine kürzlich veröffentlichte Sichtung, von haiähnlichen Lebewesen, die sich am anstatt vor dem Strand tummeln und bisher unbekannt waren.

Was ich ja bemerkenswert an obigem Vertreter finde, ist - neben der guten Umsetzung hinischtlich der Licht- und Stimmungsverhältnisse und der innovativen Kopfanatomie - der Körper. Die Struktur lässt auf eine eher "fleischige" Konsistenz schließen. Im Vergleich zu den Raketen- oder auch Dune-Würmern, die jeweils von einer festen Hülle beziehungsweise Haut umgeben sind, ist dies eine Besonderheit und bietet Raum für Spekulationen hinsichtlich der (generellen) Frage, wie sich denn solch große Körper in Sand fortbewegen können. Teilweise tun sie das ja mit erstaunlich hohen Geschwindigkeiten. "Rakete" ist da schon ernst gemeint.

Immerhin muss dieser Wurm hier nur mit dem relativ lockeren, saharaesken Sand einer Wüste klarkommen. Auch auf Dune wühlen sich die Tierchen durch gleichsam "Pulversand". Im Gegensatz dazu ist der Raketenantrieb der Tremors alleine schon deshalb notwendig, weil sie sich in den Wüsten Mexikos durch ungleich härtere Boden- und Gesteinsstrukturen graben müssen. Ein wirkliche Klärung der Fortbewegungsfrage lässt allerdings weiterhin auf sich warten, denn weder gelingt es, Sandwürmer in Zoo nachzuzüchten, noch gibt es viele Augenzeugen, die nach einem Kontakt noch davon berichten können. Sandwürmer sind nämlich - das scheint sie jedenfalls zu einen - ausgesprochen angriffslustige Zeitgenossen. Und eine Ausnahme scheint da auch Ruiz' Exemplar nicht zu machen, denn wie Kind von Traurigkeit kommt es nicht gerade daher.

Jedenfalls stellen die Kriecher eine wirklich interessante Untergruppe unter den Monstern dar. Adaptionen der Der-weiße-Hai-Esthetik und -Dramaturgie liegen da immer nahe und werden auch gerne bedient. Wer sich noch ein wenig für die technische Umsetzung des Bildes als Ergebnis eines 3D-Modells und anschließender Bildretusche interessiert, sollte sich die "Rohform" des Wurms mal auf vimeo anschauen.

Zwei weitere Monster aus dem November gibt´s hier zu sehen, alle Monster des Monats wie immer hier.

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