
Vermutlich hätte ich das schon im März bringen sollen, denn die Idee hat irgendwie verhindert, dass ich ein Monsterbild für Februar 2011 rausgesucht habe, obwohl da ein, zwei coole dabei waren. So ist das manchmal. Jedenfalls gibt es für den März 2011 nur eine wirkliche Alternative, wenn man ein Monster des Monats benennen will: GODZILLA.
Godzilla ist wieder da. Er kam aus dem Meer, wie immer und er hat Japan heimgesucht, wie immer. (Die US-Variante von 1998 ist in der japanischen Godzilla-Linie nicht einzuordnen.) Und das ist ernstgemeint.
Wie kann man sich Radioaktivität vorstellen? Wie stellst Du Dir Radioaktivität vor? Etwas, dass unsichtbar ist, geruchs-, geschmacks- und geräuschlos, dass Dich aber dennoch innerhalb von wenigen Stunden fertig macht, letztlich tötet, ohne dass Du es irgendwie wahrnimmst oder gar verstehst.Weder der Katastrophenschutz, Dein Arzt, Dein Polzist, nicht mal Dein Militär kann Dir helfen oder Dich vor ihr in Sicherheit bringen.
Radioaktivität ist einfach da, wenn sie da ist.Ein lauter Knall und alles ist von einer auf die andere Sekunde anders. Sämtliche Regeln des Altags sind außer Kraft gesetzt. Deine Sinne sind nicht in der Lage Dich zu informieren, gescheige denn Dich zu schützen.
Leider zeigen die Bilder aus Japan mit den Zerstörungen durch den Tsunami wirklich das Ausmaß des Wütens einer knapp einhundert Meter hohen, tobenden Kreatur, die ursprünglich als Mash-up aus einem Gorilla und einem Wal gedacht war. Godzillas Ursprung liegt in dem ersten Film der japanischen Godzilla-Reihe "Godzilla" von 1954 und in der metaphorischen Idee den Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima einen Ausdruck zu verleihen. Seitdem hat Godzilla eine auffällige Affinität zur atomaren Energie und ihren Erscheinungsformen.
Godzillas hauptsächliche Fernwaffe ist sein "atomarer Atem", den er über mehrere hundert Meter speien kann. Manchmal braucht er geradezu die Energie aus einem Atomkraftwerk oder einer nuklearen Waffe um sich zu regenerieren. Es gibt jedoch auch Filme in denen er droht (analog einer Kernschmelze) zu zerfließen und von seiner Energie (die ihn oft auch nach Blessuren regeneriert) übermannt und getötet zu werden.
In den ersten Filmen ist Godzilla eine unbekannte Bedrohung, die über die Bevölkerung hereinbricht. Später wandelt sich dies und er wird mehrfach zum Beschützer von Japan bzw. zur einzigen Rettung. Die letzten japanischen Godzilla-Filme sahen sich dann eher wieder der ursprünglichen Motivation verpflichtet und schickten ihn auf Zerstörungstour.
Es mag vielleicht makaber erscheinen, angesichts der Tragödien und Schrecken der Situation in Fukushima und gesamt Japan und der erwartbaren noch lange anhaltenden Auswirkungen, ein Filmmonster so in den Vordergrund zu rücken. Als ob es nichts Besseres darüber zu schreiben gäbe. Aber ehrlich: Wie stellst Du Dir Radioaktivität vor?
Stell Dir einfach vor, sie ist plötzlich da und in der Lage sofort alles was Dir lieb und teuer ist zu zerstören und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass nichts mehr so läuft wie vorher, auch nicht das Überleben.
Bleibt abzuwarten, welche Rolle dem König der Monster in der nächsten Godzilla-Episode zugeordnet wird. In Amerika arbeitet Legendary Pictures angeblich gerade an einem neuen Versuch für 2012. Mal sehn, ob sie diesmal die Idee verstehen, deutlich genug hat sie sich ja nun wieder gezeigt.
ab gehter!